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Tigges trifft Jupiter Jones-Frontmann Nicholas Müller im Kloster

Shownotes

Die kompletten Videofolgen gibt es werbefrei schon eine Woche früher bei Podimo. Dort findest du außerdem zu jeder Folge noch eine exklusive Bonusfolge, in der sich die Gäste Sebastians spicy Schnellfragen stellen: https://podimo.de/tiggestrifft_open

In dieser Folge trifft Tigges trifft Nicholas Müller, den Frontmann der Band Jupiter Jones. Auf dem absoluten Höhepunkt ihres Erfolges zwang eine schwere generalisierte Angststörung Nicholas zum radikalen Ausstieg. In einer zutiefst berührenden Folge spricht Nicholas über seinen Weg, den schmerzhaften Kampf gegen Depressionen und Körperdysphorie sowie die Frage, wie man sich im eigenen Körper wieder sicher fühlt. Nicholas spricht offen über die Angst, Traumata an seine Tochter weiterzugeben, und wie Kinder einem die Kraft schenken können, sich den eigenen Dämonen zu stellen. _ „tigges trifft“ ist ein Podcast produziert von Podimo mit Host Sebastian Tigges (@tigges).

Jeden Dienstag gibt es eine neue Folge, in der Sebastian Tigges Persönlichkeiten an ihre ganz persönlichen Schicksalsorte begleitet. Abonniere den Podcast jetzt bei Podimo, um keine neue Folge zu verpassen!

Mehr Insights auf Instagram: @tiggestrifft_podcast

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Transkript anzeigen

00:00:00: Die Eifel zeigt sich hier von ihrer stillen, fast vergessenen Seite.

00:00:04: Hügel die sich in tiefen dunklen Wäldern verlieren und eine Luft die so klar und unverbraucht riecht dass man unwähkürlich tiefer einatmet.

00:00:13: Mittendrin liegt die Jugendbildungsstätte – einen Ort mit sakraler DNA getragen von alten Mauern dem Geist des Salesianerordens und dem gleichmäßigen Rhythmus eines klösterlichen Alltags.

00:00:25: Es riecht nach Weihrauch, Altemholz, Linolium und der Ruhe die entsteht wenn das Leben künstlich verlangsamt wird.

00:00:32: Es ist ein Ort an dem Nikolas nach einem Schulverweis eine Radikaloase der Sorgenfreiheit erlebte.

00:00:42: So herzlich willkommen.

00:00:43: es ist wieder Dienstag es ist Zeit für Tiges trifft und ich treffe heute Nikolas Müller.

00:00:50: Schönen Tag Hallo

00:00:51: Nikolas Hallo Niklas Sänger Songwriter und Frontman der Indiepop Band Jupiter Jones.

00:00:57: Krass dass du hier bist.

00:00:59: Danke, dass ich hier sein darf.

00:01:00: Ich bin mich sehr gefreut.

00:01:01: Ja ist wir haben schon ein paar mal probiert.

00:01:04: Wir hätten uns fast im Münster getroffen.

00:01:05: jetzt treffen wir uns hier in berliner studio.

00:01:07: wie geht es dir

00:01:09: auch?

00:01:09: soweit?

00:01:09: ganz gut dankeschön.

00:01:10: ja bin so latente irgendwie Vom aufstehen bis ins Bett gehen bisschen gestresst aber davon abgesehen geht's mir

00:01:17: ganz gut.

00:01:18: Du kommst gerade von Proben hast du gesagt?

00:01:19: Wir haben drei tage lang wirklich hart geprobt.

00:01:22: Wir haben unseren Bassisten zur musikalischen Direktor gemacht Und der ist aber, ich weiß nicht wie viel jünger er ist.

00:01:28: Ich glaube irgendwie so zwölf-dreizehn Jahre jüngere als ich schon und ich bin dann noch einer von den Jüngeren in der Band und das macht es nicht unbedingt einfacher.

00:01:35: Wieso?

00:01:36: Naja weil der viel mehr Energie hat.

00:01:38: halt sich ja nicht gesagt!

00:01:40: Wie alt bist du?

00:01:40: Ich bin Mittevierzig, bin Vierundvierziger.

00:01:43: Ihr Prob für dem Festival, sagen

00:01:44: wir mal.

00:01:46: Wie viele Festival spielt ihr?

00:01:47: Ach, dieses Jahr geht's tatsächlich.

00:01:49: Wir haben recht wenige Festivals weil wir im August ein neues Album herausbringen und das wahnsinnig viel Arbeit mit sich bringt und dementsprechend haben wir uns dann mal so ein bisschen freigehalten.

00:01:58: Ich glaube es sind so fünf, sechs Termine oder so.

00:02:00: Das

00:02:01: Album hat einen interessanten Namen wie ich finde.

00:02:03: Ich find den auch gut.

00:02:04: Sag mal bitte

00:02:05: nochmal!

00:02:05: Ich trag den sag du trägst was buntes.

00:02:08: Es ist eine Zeile aus der kommenden Singer.

00:02:10: jetzt und umschreibt, glaube ich haben wir dann festgestellt als wir über den über den Album Namen nachgedacht haben.

00:02:16: Der sollte das sollte erst Herzmuskel Gedächtnis heißen vielleicht auch irgendwie ganz gut aber vielleicht ein bisschen zu cheesy und er meinte unser Gitarist irgendwann eylas doch den Satz einfach nehmen weil irgendwie absurd genug um hängen zu bleiben.

00:02:30: Und dann im Nachhinein ist mir eingefallen, dass das eigentlich auch die Geschichte der Band wahnsinnig gut umschreibt.

00:02:35: Es ist immer eine sehr ambivalente Angelegenheit.

00:02:38: Ist es ein trauriges Album oder eher fröhlich?

00:02:40: Beides!

00:02:43: Ich bin eher auf der melancholischen Seite schon immer gewesen, auch was meine Texte angeht.

00:02:47: Ich habe mir über Jahre sagen lassen, dass ich mal einen Partysong schreiben soll und hab das irgendwann einmal versucht und ab da dann auch wieder gelassen.

00:02:56: Aber es geht immer... Wir sind jetzt im fünfundzwanzigsten Jahr und es geht seit fünfundzwanziger Jahren wirklich darum, dass das Leben irgendwie aus beidem besteht.

00:03:06: Also ohne die Amivalenz auch irgendwie... Dass das überhaupt nicht klargeht?

00:03:10: Ich weiß nicht wie Menschen den ganzen Tag oder jeden Tag gut drauf sein können, verstehe ich noch nie verstanden.

00:03:16: Und

00:03:17: was meinst du, warum fällt dir das schweren fröhlichen Song zu schreiben?

00:03:22: Das ist wirklich ein rein kulturelles Ding so.

00:03:24: also ich hänge total am leben Und ich finde es auch schön, Dinge zu genießen.

00:03:29: Ich find's auch gut, dass ich am Leben hänge.

00:03:31: Das ist jetzt nicht anstrengend für mich oder so sondern das ist echt eine gute Sache.

00:03:36: Aber alles was Kultur angeht da bin ich eher ein bisschen auf der dunkleren Seite.

00:03:41: also das ist wirklich meine Baustelle einfach.

00:03:48: diese Emotionen rein, um mich dann fünf Minuten später kaputtzulachen und die beste Zeit meines Lebens zu haben.

00:03:54: Ich kann auch auf einer Party sein, wo nur traurige Musik läuft für dich total in Ordnung macht mir keine schlechte Laune irgendwie.

00:03:59: Was meinst du mit?

00:04:00: Du hängst am Leben oder hängest du nicht am Leben?

00:04:04: Nee dran gehangen habe ich tatsächlich immer schon.

00:04:06: es gab Zeiten in denen war's so anstrengend dass ich mich gefragt hab ob sich das lohnt was aber nie irgendwie die Konsequenz haben durfte dass es dann endet.

00:04:15: Das ist eher so ein Gerechtigkeitsding und so ein Verteilungsding.

00:04:19: Wie sind schwere Stunden in mein Leben verteilt?

00:04:24: Und warum kann ich nicht manchmal das Leben anderer Menschen führen, das ist die Frage.

00:04:30: Aber dass ich leben will, stand noch nie zur Diskussion.

00:04:35: Du hast einen Ort mitgebracht wie der andere Gast auch.

00:04:38: Und du hast dazu etwas geschrieben ... Wir haben deine Worte genommen und noch ein bisschen weiter ausgeschmückt.

00:04:46: Und deswegen lese ich dir jetzt die Beschreibung des Ortes, den du mitgebracht hast mal vor.

00:04:50: Dann kannst du mir sagen was du davon hältst ob das mit der resoniert?

00:04:52: Sehr gerne!

00:04:54: Der Ort Jugendbildungsstätte Don Bosco in Junkerad in der Eifel.

00:05:00: Die Eifelt zeigt sich hier von ihrer stillen fast vergessenen Seite Hügel die sich in tiefen dunklen Wäldern verlieren und eine Luft die so klar und unverbraucht riecht dass man unwillkürlich tiefer einatmet.

00:05:13: Mitten drinnen liegt die Jugendbildungsstätte, ein Ort mit sakraler DNA getragen von alten Mauern dem Geist des Sallesianer-Ordens und dem gleichmäßigen Rhythmus eines klösterlichen Alltags.

00:05:26: Es riecht nach Weihrauch, Altemholz, Linolium und der Ruhe, die entsteht wenn das Leben künstlich verlangsam wird.

00:05:34: Es ist ein Ort an dem Nikolas nach einem Schulverweis und einer abgebrochenen Ausbildung eine radikale Oase der Sorgenfreiheit erlebte.

00:05:42: Ich ziehe den Hut, also was den Geruch und irgendwie das Outfit des Ortes angeht.

00:05:49: Hab der wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen?

00:05:51: Ja doch!

00:05:52: Das passt bis auf die eine Sache dass ich... Die Reihenfolge habe erst die Schule abgebrochen und dann dort meine Ausbildung angefangen um die dann wiederum auch abzubrechen.

00:06:02: aber alles andere hat es wirklich sehr gut geholfen.

00:06:04: Du hast die Schule abgebrauchen und bist dann ins Kloster?

00:06:08: Naja mehr oder weniger genau Abgebrochen klingt auch nach so einer aktiven Geschichte.

00:06:14: Mir wurde angeraten, die Schule zu verlassen...

00:06:16: Also bis jetzt nicht rausgeschmissen worden?

00:06:17: Aber ja, es wurde geraten.

00:06:19: Genau also das für die Lore ist natürlich besser zu sagen als ich von der Schule geflogen bin.

00:06:24: Für wen?

00:06:25: Also für die Folklore dahinter um einfach die Geschichte ein bisschen spannender zu machen.

00:06:30: Ja mir wurde's angeraten.

00:06:32: Ich hatte irgendwann einfach die Fachsendicke.

00:06:33: Welche Klasse war das?

00:06:35: Das war zweite Runde acht des Schuljahres.

00:06:38: Ich habe dann auch noch meine mittlere Reife an einer anderen Schule gemacht und hatte aber nicht mehr die Luft für ein Abi, weil ich wirklich das System so hart überhaupt nicht mehr ausstehen konnte.

00:06:49: Was

00:06:49: war das Problem?

00:06:51: Das Problem war glaube ich einmal dass ich zum Zeitpunkt meiner weiterführenden Schulgeschichte sehr ambitionierte Eltern hatte, die dachten schicken den Jungen aus eine Privatschule, es war so ne Klosterschule Die heißt, glaub ich immer noch liebevoll Knast bei all den Leuten die sie kennen.

00:07:11: Weil das war ganz früher mal ein junger Internat und die hatten tatsächlich Stacheldraht-Zauern auf den Mauern.

00:07:17: also so weißt du diese Kringel wie im Knast genau.

00:07:22: Ich weiß auch nicht warum man das für einen Junginternat brauchte.

00:07:25: Das war glaube ich da auch schon echt irgendwie ein Schritt zu weit Und es war ein katholisches Kloster-Internat quasi von Patris geführt und so ärztkonservativ, dass du es kaum ausgehalten hast.

00:07:40: Und dazu kam auch noch das ich in den Fächern ...

00:07:45: Warte mal also, das war eine Schule dann?

00:07:47: Das Kloster!

00:07:48: Nee, nee, nee.

00:07:49: Das ist der Witz.

00:07:49: Ich bin vom einen Kloster eigentlich ins nächste und das eine war ne scheusliche Erfang, das andere nur fantastische.

00:07:56: Aber ich hab sehr viel Zeit im Kloster verbracht.

00:07:58: Du bist

00:07:58: von der Schule in den Knast

00:07:59: Quasi?

00:08:00: Ja, also ... Nee.

00:08:03: Die Schule war der Knast und da hab ich dann einfach ne Woche lang gefehlt weil das alles nicht mehr konnte und bin eine Busstation weitergefahren habe mich da eine Kneipe gesetzt, hab Bücher gelesen und Apfelscholle getrunken.

00:08:17: bis die Schulzeit vorbei war hat auch keiner Fragen gestellt bis mein Vater irgendwann überraschenderweise plötzlich vor mir stand und mich gefragt hat was ich mir eigentlich dabei denken würde.

00:08:29: ein kurzes Moment recht steil bergab muss ich sagen.

00:08:32: das heißt es

00:08:33: na ja also dass ich bin bin halt dann quasi der schule verwiesen worden oder es wurde mir empfehlen die schule zu verlassen und Dann haben meine älter beschlossen, dass Ich eine schule besuchen sollte bei der sie mich besser kontrollieren können.

00:08:47: Ich bin halt in der eifel aufgewachsen Also ist wirklich ran der welt.

00:08:53: Es gibt jetzt nicht so viele weiterführende Schulen.

00:08:57: Und dann haben die beschlossen, nee das machen wir so nicht.

00:08:59: Aber jetzt müssen wir wissen wo du bist zu jedem Zeitpunkt und habe mich in die Hauptschule in meinem Heimatdorf gesteckt.

00:09:04: irgendwie sixhundertvierzig Einwohner.

00:09:07: Und ziemlich die Katastrophe.

00:09:09: nicht weil es eine Hauptschulle war oder so sondern weil es halt für mich einfach ... Das war nicht der sozialer Abstieg.

00:09:15: Es war einfach das Ende von Perspektiven ehrlich gesagt.

00:09:19: Und dann habe ich meine mittlere Reife noch gemacht und ... Ey, wenn ich jetzt heute darüber nachdenke.

00:09:24: Ich hätte wahrscheinlich einigermaßen Easy-Nabi machen können.

00:09:27: Ich glaube es ist genug schmalz vorhanden um Abi zu machen.

00:09:30: Aber ich konnt's nicht mehr, ich konnte das wirklich nicht mehr.

00:09:34: Das war irgendwie so ein bisschen traumatisch besetzt alles.

00:09:38: Begreifst du das jetzt oder?

00:09:39: Ja!

00:09:40: Also jetzt auch nicht mehr... Jetzt bin ich Mitte vierzig und einigermassen entspannt aber zwischendrin.

00:09:44: also ich hätte halt das System gebraucht.

00:09:46: uns gibt auf viele viele Dinge die ich gerne studiert hätte.

00:09:49: Der Witz ist, dass ich mit dieser Schulkarriere mittlerweile an der Hochschule unterrichte.

00:09:53: Also das ist eben das Ding ... Ich bin in einer Branche unterwegs, wo ab einem gewissen Zeitpunkt keinen Schwein mehr nach Abschlüssen pfeift.

00:10:02: Aber in der Zeit, als es gerade mit der Band losging, das wär schon ganz gut gewesen sich dann noch irgendwo einzuschreiben und mehr oder weniger was zu studieren.

00:10:11: Ich war zwischendrin mal vier, fünf Jahre nicht krankenversichert, weil ich's mir einfach nicht leisten konnte solche Sachen.

00:10:18: Echt in Sturm und Drang, mit einer gehörigen Portion Dummheit aus dem Privileg rausgeschossen.

00:10:25: Dass ich gerne noch ein paar Jahre gehabt hätte.

00:10:27: Jetzt muss ich das nochmal nachvollziehen.

00:10:30: also du warst auf der Schule dann bist du auf diese Schule called Knast Und dann bist

00:10:36: Du

00:10:37: auf die Hauptschule?

00:10:38: Ja!

00:10:39: Wann bist Du dann ins Kloster

00:10:40: Naja, dann nach meiner mittleren Reife.

00:10:43: Bist

00:10:43: du freiwillig dahin gegangen?

00:10:45: Naja war wegen meiner Ausbildung genau.

00:10:47: also ich wollte dann erzieher werden das war irgendwie auch völlig klar, wollte was mit Menschen machen.

00:10:52: Fand haben wir eben auch schon kurz darüber gesprochen als wir uns kennengelernt haben.

00:10:55: Ich finde pubertierende Menschen irgendwie spannend.

00:10:58: Das war damals auch schon so und es war irgendwie nach einer guten Aufgabe Und bin dann für mein Vorpraktikum in diese Jugendbildungsstätte gezogen quasi.

00:11:07: Also wenn du ein Erzieher machen willst, zumindest in Rheinland-Pfalz ist das so ich weiß nicht wie es im Rest des Landes und der Welt ist aber du musst einen Jahr lang praktisch quasi arbeiten bevor du dann zur Schule gehen kannst.

00:11:19: Und ich kannte die Einrichtung schon.

00:11:21: da war ich früher oft bei so Ferienfreizeiten und solchen Geschichten war auch mal Ehrenamtler Und bin dann ein Jahr lang tatsächlich für meine Ausbildung quasi in dieses Kloster gezogen, aber jetzt nicht als Novice oder so und nicht mit einem kirchlichen Hintergrund sondern um Ezier zu werden.

00:11:39: Warst du in dem klösterlichen Leben teilgenommen?

00:11:41: Partizipiert?

00:11:43: Schon ja!

00:11:43: Ja klar.

00:11:44: also.

00:11:45: ich hatte einen Zimmerappartement da wo die anderen Patres gelebt haben Hatte neben mir einen Bruderwohnen, der schon sehr klösterlich unterwegs war.

00:12:03: Und manchmal war ich tatsächlich auch bei den Essen und so.

00:12:05: Das war schon ganz spannend her.

00:12:08: Aber du hast jetzt nicht an den Gebetenteil genommen?

00:12:10: Hin und wieder mal!

00:12:12: Das war tatsächlich aus so einem Ding... Ich bin nicht christlich aufgewachsen, sonst hat in meiner Familie irgendwie nicht den großen Stellenwert.

00:12:19: Aber natürlich in einer sehr katholischen Gegend auch.

00:12:22: In diesem Jahr dort habe ich irgendwie gelernt, dass dieses ganze Glaubensding und tatsächlich auch das ganze Kirchending... Ich bin überhaupt gar kein Fan von Religion!

00:12:31: Ich glaube an Gott.

00:12:32: aber Religionen sind mir irgendwie zu strukturiert und oft zu dogmatisch eben.

00:12:36: Also da ist zu viel Regelwerk dahinter und zu viele Angstmacherei auch.

00:12:40: Da war es echt schön weil die sich wirklich Mühe gegeben haben.

00:12:44: Dadurch, dass es einen kirchlichen Überbau gab, muss es natürlich auch Gottesdienste geben und so während der Veranstaltung.

00:12:49: Es war irgendwie eine Pflicht und eine Regel.

00:12:52: Aber die haben sich echt Mühe gegeben das so zu gestalten, dass man da auch als Jugendlicher, als Kind sitzen kann ohne sich die ganze Zeit zu fühlen, als würde man irgendwas verkehrt machen.

00:13:02: Und ich finde, das passiert in einer Kirche viel zu oft.

00:13:05: Das hört sich irgendwie nach einem Ort der Ruhe des Friedens an?

00:13:10: Ja!

00:13:11: Bist du da zu ruhig gekommen?

00:13:12: Absolut, absolut.

00:13:14: Und dann hast du dir gedacht jetzt werde ich Rockstar...

00:13:17: Das ist ja wenn es mal so gewesen wäre, jaja.

00:13:21: Nee das mit dem Rockstar werden, das war ja tatsächlich auch ein Haufen Arbeit.

00:13:25: also ich bin ja jetzt nicht der Typ den man so irgendwo herkastet weil er so eine Telegene Erscheinung ist oder so dass wir haben echt zehn Jahre lang seit Jahrzehnt zwei mit der Band getourt Alles selber gemacht.

00:13:41: Wir haben teilweise das Booking selber gemacht, wir haben unsere Platten selber produziert und eine Plattenfirma gegründet.

00:13:47: Unser Merch ist verkauft worden von unserem Schlagzeuger aus seinem Schuppen heraus, der hatte so einen alten Bauernhof und hat dann sein Merch-Lager da eröffnet um solche Geschichten.

00:14:00: Und ja, das war nochmal tatsächlich ein ganz anderer Geschichte und die lief aber irgendwie anfangs so ein bisschen parallel so neben dem normalen Leben her Bis ich dann irgendwann festgestellt habe, naja das aber eigentlich ist doch das normale Leben.

00:14:13: Also es fühlt sich nichts normaler an als mit den anderen Gurken irgendwie in so einen alten Klappring Mercedes-Bus zu springen und Anfangs für eine Kiste Bier und vier Mikrowellen Lasanien nach Süddeutschland zu fahren und deine Show zu spielen.

00:14:29: Irgendwie ist das so absurd wie's eigentlich ist die Normalität dich Wahrscheinlich jetzt bräuchte.

00:14:34: Ich glaub, das ist so chaotisch wie es von außen manchmal aussieht.

00:14:38: Das Strukturierteste in meinem ganzen Leben ist es, in einer Band zu spielen.

00:14:43: Du hast gerade gesagt, dass was du jetzt eigentlich bräuchtest oder was du damals wirklich...

00:14:46: Was ich damals bräuche, genau.

00:14:49: Und dann kam irgendwann ja der Durchbruch?

00:14:52: Ja!

00:14:52: Also du beschreibst es jetzt sowieso eine Teenage-Hobbyband.

00:14:56: War's am Anfang, ja.

00:14:58: So fangen glaube ich viele an außer im Zeiten des Castings, wie du sagst.

00:15:05: Die Bands die ich bewundere, die haben glaube ich alle so angefangen.

00:15:08: Und

00:15:10: dann kam der Durchbruch... ...zwei-tausend elf?

00:15:14: Ja!

00:15:14: Zwo-tau-send elf, zwo-tausend zwölf.

00:15:16: Mit dem

00:15:16: Song Still.

00:15:18: Der hast du geschrieben?

00:15:20: Genau, wir schreiben alles selber und zusammen auch und der Text und die Gesangsmelodie sind von mir ja.

00:15:26: Okay, und beschreib mal wie das dann war, das Gefühl Als du gemerkt hast, jetzt geht die richtig... also jetzt muss ich nicht mehr für eine Lasagne und ein Bier in Süden nach Deutschland fahren.

00:15:34: Sondern

00:15:35: würde ich immer noch jederzeit.

00:15:36: aber es ist ganz gut dass ich sie sich muss das stimmt Ja das war wild!

00:15:41: Also das war eben das Ding.

00:15:42: wir waren zu dem Zeitpunkt ja schon zehn Jahre unterwegs.

00:15:44: Und

00:15:45: was macht das mit einem wenn dann auf einmal?

00:15:48: Es kam ja wahrscheinlich nicht so schleichend.

00:15:50: Das kommt dann schon plötzlich?

00:15:52: Ja, mehr oder weniger!

00:15:53: Wir haben den Song sehr lange gearbeitet für Musikindustrie-Verhältnisse.

00:15:58: Der lief glaube ich schon drei Monate am Radio bevor das dann irgendwann funktioniert hat und dann kam es plötzlich.

00:16:04: Also das kannst du auch gar nicht... Da bereitet dich auch niemand drauf vor.

00:16:08: Ich habe zum ersten Mal tatsächlich gemerkt, ich hab eine Zeit lang auf dem Land in der Nähe von Münster gewohnt weil wir da ... schöne Wohnung gefunden und sind dann so irgendwie zwanzig Minuten außerhalb von Münster in diese Wohnung gezogen.

00:16:23: Und gegenüber gab es einen alten Supermarkt, das ist bei uns im Münsterland gibt's den K&K.

00:16:30: Wenn du da reingehst, das fühlt sich an als hätte jemand in den nachtziger Jahren die Hoffnung aufgegeben einfach.

00:16:36: Und irgendwann bin ich in diesen Supermarkt reingeschlappt um... Ich weiß nicht, das zu kaufen was man so braucht.

00:16:42: Das war eine Saloonszene weil plötzlich die Frau an der Wursttheke die Gruppen mit Änchen fallen gelassen hat und mich angestarrt hat.

00:16:51: Es hat sich dann zu den Zeitpunktern irgendwann rumgesprochen und so habe ich es tatsächlich gemerkt also dass ich irgendwie von dem Typen, den kein Schwein kennt, plötzlich zu diesem Typen wurde den Leute offen anstarren weil wir jetzt gerade ein Hit haben.

00:17:07: Was es aber auch gemacht hat mich zum ersten Mal in meinem Leben, eine berufliche Sicherheit zu bringen.

00:17:14: Du merkst es ja also von der Schulkarriere über die beruflichen Karriere danach.

00:17:18: ich habe so lange vor einer Hand in den Mund gelebt und wirklich in drei Kneipen gleichzeitig gearbeitet um überhaupt so über einen Monat zu kommen und das war dann.

00:17:27: plötzlich war dann irgendwie gleich das ist jetzt dein Job aber auch so richtig auch mit deinen Job Naja, ich fahre dann jetzt doch mal zum ersten Mal den Urlaub.

00:17:37: Und ich denke darüber nach, ob ich eventuell irgendwie eine Altersvorsorge brauche und so was.

00:17:42: Ich glaub das war fast der krassere Switch für mich als diese Popularität weil das ist irgendwie ... Das konnte ich mir da schon nicht so richtig erklären.

00:17:52: Das kann ich bis heute auch nicht... Wie meinst du das?

00:17:54: Na ja also es ist alles so gewachsen!

00:18:00: Warum dass plötzlich so ein Bohai gibt?

00:18:03: darum Das fand ich ein bisschen merkwürdig, weil für mich war's ja völlig klar.

00:18:07: Ich mach das doch schon seit zehn Jahren!

00:18:08: Jetzt riegt euch mal ab und es ist jetzt keine Neuigkeit.

00:18:11: Wir haben jetzt nur einmal echt Glück gehabt.

00:18:13: Und das hat natürlich viel verändert.

00:18:18: aber ich glaube dass was ich in Zeiten in denen es dann auch wieder ruhiger geworden ist... Es ist immer eine Wellenbewegung so ne Karriere.

00:18:27: Das fährt mir sich überhaupt nicht.

00:18:29: also ich muss nicht muss nicht erkannt werden.

00:18:31: Ich werde immer nur erkannt, wenn ich meine Tochter dabei

00:18:33: habe.".

00:18:33: Das ist tatsächlich das Spannende!

00:18:35: Die hält mich für einen viel größeren Star als ich eigentlich bin.

00:18:37: Das ist ganz schön.

00:18:40: Wie kommt das?

00:18:41: Das

00:18:41: kann ich dir nicht erklären... Keine Ahnung, ich weiß es nicht.

00:18:44: Wir waren vor letztes Jahr in London im Urlaub und sind ins Soho rumgelaufen.

00:18:48: Plötzlich kam ein Typ zu mir und hat mich um Foto gebeten.

00:18:50: Das war der absolute Pieck für meine Tochter weil die dachte, wir sind in England!

00:18:54: Und er kennt meinen Papa... Ich weiß nicht woran's liegt.

00:18:59: Das Schicksal hat Bock auf mich oder so und möchte gerne, dass ich ihn die ganzen tierischen Status bei meinem Kind hab oder so.

00:19:08: Ihr seid dann auf diese Erfolgswelle geritten?

00:19:10: Würde ich mal sagen Echo Und so weiter und so fort.

00:19:13: Also besser geht's eigentlich nicht in Deutschland, dann kam ja eine Zeit wo es dir denn nicht so

00:19:18: gut ging?

00:19:18: Das stimmt ja.

00:19:20: Willst du darüber reden?

00:19:21: Klar!

00:19:22: Ich wüsste nicht warum ich mich nicht drüber reden sollte.

00:19:24: Es ist so ein menschliches Ding.

00:19:28: Ich hatte auch zu dem Zeitpunkt schon seit langer Zeit, ich hatte weit über einen Jahrzehnt Panikattacken sehr regelmäßig.

00:19:35: Schreibt mal.

00:19:37: Zunächst die Erkrankung war eine generalisierte Angststörung.

00:19:40: mit Panikattaken.

00:19:42: selber haben sich so geäußert, wie sie sich eigentlich bei allen Menschen äußern.

00:19:46: Nämlich durch körperliche Symptomatik.

00:19:48: also den Herz fängt an zu rasen.

00:19:50: Das Ding ist dass der Körper so viel Fluchttormone ausschüttet Also Adrenalin solche Dinge Dass der auch in so ein Fluchtmodus geht und dann bekommst du Herzrasen das der Blutdruck steigt Schwindel Schweißausbrüche.

00:20:05: Bei mir war es oft einen starken Schmerzen verbunden, da ich ehe ich Schwierigkeiten mit dem Rücken und den Knochen.

00:20:11: Da sich alles verkrampft hat, hatte ich immer sehr starke Schmerz dazu.

00:20:15: Und das war am Anfang so ein Ding ... Da gibt's auch eine Connection tatsächlich zu still.

00:20:20: Stil handelt vom Tod meiner Mutter.

00:20:23: Seitdem tot meiner Mutter hatte ich das eigentlich.

00:20:25: Das hat mich nachhaltig ausm Leben geworfen, dass diese Panikattacken als Symptom mir ständig gesagt haben, hier stimmt was nicht.

00:20:36: Das ließ sich eine Zeit lang ganz gut ertragen, weil tatsächlich auch die Bühne so mein Safe Space war.

00:20:42: Absurd wie es klingt da wo viele Leute einfach echt Schiss kriegen – das war für mich fein!

00:20:46: Weil ich einmal Glücksgefühle hatte, die alles andere überlagert haben und weil ich mir jedes Mal wieder selbst bewiesen habe Also mit jedem Anfang der Show wenn ich ein zwei Songs geschafft hab dann schaffe ich die restlichen auch weil das hat mir doch bewiesen, dass ich hier jetzt nicht tot umkippen kann.

00:21:02: Weil das ist wirklich die Konsequenz aus einer Panikattacke, dass du Todesangst hast und jedes Mal wieder denkst okay, jetzt ist mein jüngstes Stündchen hier.

00:21:11: Und das ging dann so lange gut bis es sich irgendwann auch mit auf die Bühne geschlichen hat und meinen Alltag auch so eingenommen hat, keine ruhige Stunde mehr hatte, weil wann immer ich keine Panikattacken hatte.

00:21:27: Das ging so... das geht so rein von der körperlichen Leistungsfähigkeit.

00:21:32: ein bis zweimal am Tag sag' ich mal, haut das wohl hin und die restliche Zeit fragst du dich aber, wann kommt denn die nächste?

00:21:38: Weil es so ein ätzendes und eländes Gefühl ist

00:21:42: Und kommt das aus dem Nichts oder kündigt sich das irgendwie eine stunde vorher an?

00:21:46: Also es gibt natürlich Trigger-Situation gab Situationen, in denen ich wusste wenn ich das jetzt mache dann ist eine Panik relativ wahrscheinlich zum Beispiel große Flugangst.

00:21:57: Also alles was die eh schon Angst macht ist natürlich auch einigermaßen prädestiniert dafür dir aus einer Panik zu bescheren wenn du eh mit Panik und in der Panikstörung zu kämpfen hast.

00:22:10: Aber das Perfide an der Nummer ist, dass du eben ... Dass das so oft aus dem Nichts kommt.

00:22:16: Du bist im Supermarkt und stehst irgendwie am Gemüse-Regal und plötzlich bekommst du eine Panikattacke.

00:22:22: oder du warst nachts aus dem Schlaf auf mit einer Panikattacke?

00:22:25: Oder du hast ... Weiß ich nicht!

00:22:26: Du hast Sex mit deiner Partnerin und hast dabei ne Panikattacke.

00:22:30: Und das macht natürlich... Also das Ding ist bei ner Flugangst.

00:22:34: dann ist die Lösung, ich steige halt nicht in den Flugzeug.

00:22:36: So, also dann fahre ich halt Auf dem europäischen Festland ist auch schön.

00:22:42: Wenn das in jeder Lebenssituation passieren kann, dann fängst du diese Vermeidung für jede Lebenssituation an und gehst nicht mehr ins Supermarkt.

00:22:52: Und fragst dich irgendwann vorm Schlafengehen wie schlimm wird die Nacht so nachhaltig dass du gar nicht mehr einschläfst?

00:22:59: Das hat mich ganz schön auf die Felgen gebracht, da war nicht viel zu holen bei mir.

00:23:06: Und du sagst, ausgelöst wurde das durch den Tod deiner Mutter?

00:23:09: Genau.

00:23:09: Ja man ist deine Mutter gestorben.

00:23:12: Die war nur fünf Jahre älter als ich jetzt.

00:23:14: also das ist jetzt so vierundzwanzig jahre her.

00:23:19: Da war ich so Wenn ihr wart mal zwanziger dass ich habe sowas nie auf dem schirm irgendwas so.

00:23:25: um die zwanzig Jahre zwei und zwanzi jahrel glaube Ich ist sie verstorben genau mit ende.

00:23:29: vierzig und kein Jahr vorher ist meine oma.

00:23:31: also ich bin auf die beste Art und Weise aufgewachsen, wie ich finde.

00:23:35: Nämlich im Matriarchat.

00:23:36: Mein Papa war zwar auch da, aber Oma und Mama hatten auf jeden Fall die Hosen an.

00:23:41: Und die sind beide binnen eines Jahres nacheinander verstorben.

00:23:45: Das war einfach ein Nummer zu viel für mich ja.

00:23:48: Wie geht's dir heute?

00:23:50: Heute geht es mir.

00:23:51: Ich glaube das ist das übliche.

00:23:53: Da wo die meisten mitzukämpfen haben.

00:23:57: Natürlich bin ich in der Branche unterwegs... ...in der Existenzangsten ständiger Begleiter ist.

00:24:02: Wenn du jetzt nicht gerade einer von den Big-Playern bist und weißt, ich hab schon so viel auf der hohen Kante.

00:24:07: Dass selbst wenn die Karriere endet, dann leg' ich das halt an und dann arbeitet das für mich.

00:24:14: Das gibt's gar nicht!

00:24:16: Die Rücklagen sind alle irgendwie bei Corona über die Wuppa gegangen.

00:24:20: Das war wirklich ein Schlachenskontor für uns alle.

00:24:23: Ich trage so meine Zipperlein mit mir rum, mein Rücken könnte besser sein... Die weltpolitische Lage und die Welt-Sicherheitslage machen mir große Sorgen, aber davon abgesehen bin ich glaube ich einigermaßen gesund.

00:24:41: Und hab Bock!

00:24:43: Du hast damals neben der Angststörung dann noch eine Depression

00:24:47: und

00:24:48: eine Körperdysphorie entwickelt?

00:24:51: Ja.

00:24:52: Beschreib mal wie sich das geäußert hat...

00:24:55: Die Depression, die das ganz häufig im Begleiter tatsächlich geht.

00:25:01: Von

00:25:02: Angststörungen?

00:25:02: Ja genau weil das also wenn du ständig mit dir selbst und irgendwie mit dem Sensen anringst so natürlich wirst du traurig darüber ist halt auch einfach eine echten ätzend traurige Situation.

00:25:11: was soll ich sagen?

00:25:14: Und das also teilweise von absoluter Antriebslosigkeit bis hin zu den ganz großen existenziellen Fragen, außer eben die Frage nach dem Leben.

00:25:22: Die habe ich mir nie gestellt.

00:25:23: tatsächlich und da bin ich sehr dankbar weil es hätte genauso gut auch schief laufen können leider auch häufig im Geleiter Und sonst würde ich sagen, habe ich so eine ganz klassische Depression.

00:25:36: Also wie man die sich vorstellt mit eben manchmal.

00:25:39: jetzt möchte ich einfach nur liegen bleiben bis hin zu sehr nah am Wasser gebaut.

00:25:43: also es braucht manchmal nur ein wirklich gutes Welpenvideo und ich breche komplett in Tränen aus.

00:25:53: Diese Körperdysphorie ist noch stärker geworden.

00:25:57: über diese ganzen Sinnfragen, die ich mir gestellt hab.

00:26:00: Die habe ich aber schon seit jüngsten Seit jüngsten Jahren eigentlich, also ich fühle mich in meinem Körper jetzt nicht was irgendwie meine Geschlechtsidentität angeht oder so.

00:26:08: Also das ist... Ich bin irgendwie glaube ich einigermaßen heteronormativer CIS-Mann.

00:26:20: Auch wenn ich heteronormativ klingt fast wie eine Beleidigung.

00:26:23: Aber ich bin also einfach so ein Heterotyp, ne?

00:26:25: Also das... Ich hab mir nie Fragen stellen, ob ich jetzt in meinem Körper als Mann richtig bin, sondern mein Körper so, wie er ist,

00:26:32: ne?!

00:26:32: Also die Pfunde zu viel!

00:26:33: Das krumme Bein der krumme Rücken So, ähm ...die dass was alle Müllas haben, dass das Gesicht irgendwie schon in den Vierzigern plötzlich von von ähm ich bin noch frisch wieder im Morgentau hinzu.

00:26:47: Jetzt sehe ich aber plötzlich auch wirklich so aus, als wäre ich schon Mitte vierzig.

00:26:49: und so Diese Dinger, die stören mich nur an mir.

00:26:54: Das ist bei mir die größte Ausprägung.

00:26:56: Wenn ich andere Leute angucke, können alle so sein wie sie wollen.

00:26:59: Also wirklich jeder Mensch so ... Wie er glücklich isst das total fein, wenn man damit anderen Menschen nicht wehtut?

00:27:05: Dann erlebt alle was ihr wollt!

00:27:08: Ich bin jetzt in Berlin, glaub's gar nicht, wie viele Menschen mir schon mit Latex-Hundemasken begegnet sind in den letzten paar Stunden.

00:27:14: Ey go for it!

00:27:15: Ist doch super!

00:27:18: Bei mir selber kann ich das nicht.

00:27:20: Ich gucke mich an und fühle mich verkehrt, ja.

00:27:24: Es ist aber bei vielen mentalen Erkrankungen meiner Einschätzung nach so dass wenn man dann die Symptome nach außen beschreibt, dass alle sagen Ja, das kenne ich!

00:27:35: Wenn ich von meinen Depressionen gesprochen habe und wenn ich da die Symtome geschildert habe, ja, das haben wir doch alle, das kenn' ich doch Und dann fehlt oft einfach das Verständnis weil das stimmt dann Die meisten kennen dann diese Symptome in irgendeiner Form, aber halt nicht in der extremen Ausprägung.

00:27:52: Und ich glaube das macht es so schwer Empathie zu zeigen für betroffene mentaler Erkrankungen.

00:27:57: Ich hab das so recht

00:27:58: ja!

00:27:58: Wenn ich jetzt dich so reden höre von deinem Körpergefühl, dann denke ich auch so Ja, das kenne ich auch.

00:28:06: Aber kannst du noch ein bisschen vielleicht mehr da reingehen und beschreiben In welcher Form dich das im Alltag beschäftigt?

00:28:15: Wie ist es, wenn du morgens ins Bad gehst und dich nackt ausziehst?

00:28:21: Ich sehe mich sehr selten nacktem Spiegel.

00:28:24: Das letzte, was mir einfiele wäre, einen wirklichen Körpergroßen-Spiegel ins Badezimmer zu hängen.

00:28:32: In Hotels ist das manchmal ganz schlimm.

00:28:34: Da laufe ich tatsächlich dann auch mit einem starren Blick am Spiegl vorbei, weil da gibt's oft diese bodentiefen Spiegeln und die hängen im Zimmer überall.

00:28:46: Das vermeidest du dann?

00:28:48: Ja.

00:28:49: Zu Hause kann ich sehr gut vermeiden, ich muss es ja nur nicht auffängen.

00:28:52: Es gibt einen bodentiefen Spiegel, der hängt im Schlafzimmer an der Tür und aber nicht in Bad oder so.

00:28:58: Da gibts ein Spiegel von der Brust aufwärts und dann weiß ich wie ich... Wie ich im Gesicht aussehe, das reicht mir.

00:29:06: Und wenn dann so schlaue Kommentare kommen wie jetzt von mir und die sagen wie du bist ein normal gebauter großer Typ Das geht völlig an dir vorbei oder?

00:29:14: Ja das geht völlig am ihr vorbei.

00:29:15: dass ich habe auch zwischen drin Da steckt auch so ein bisschen tatsächlich so einen Risikopotenzial drin.

00:29:22: Ich hab mal wahnsinnig viel abgenommen also ich habe mal hundert sechzig kilo gewogen und bin bis auf achtzig Kilo runter in Boah, das ist anderthalb Jahren oder so sein.

00:29:32: Das war wirklich... Also ich hab mich auch echt anfangs selbst gegeißelt und irgendwann habe ich mich so dran gewöhnt dass es fein war weil da war kein Zucker keine Kohlenhydrate, es war Salat Rohkost und irgendwie Pute und Fisch solche Sachen.

00:29:49: Und dann zwischendrin gab's mal kurz eine Phase wo ich echt Da hab ich in den Spiegel geguckt und das war ja dann alles immer noch nicht definiert oder so.

00:29:55: Aber mit Klamotten habe ich gedacht, ey, so ist doch super!

00:29:58: Lass mir das mal so... Und dann hab' ich aber da auch gemerkt dass ich das mit dem sein lassen, aber auch nicht so geklappt hat.

00:30:06: Dann war ich irgendwann viel zu dünn.

00:30:07: also es gibt Fotos von mir auf denen sehe ich einfach irrsinnig krank aus.

00:30:11: Also da sehe ich wirklich so aus als wäre ich gerade irgendwie irgendwie aus dem Krankenhaus ausgebrochen, wo ich seit Monaten wegen irgendwas ganz schweren behandelt wurde und das... Mein Stoffwechsel gibt es eigentlich auch gar nicht her.

00:30:26: Ich habe nicht so den dolzen Stoffwechsel, das heißt es war eine wahnsinnige Arbeit.

00:30:29: Das

00:30:30: heißt du musst richtig hungern?

00:30:31: Ich muss richtig hungeren genau und dann schießt aber auch über das Ziel hinaus und deswegen also ich komme einfach nie an dem Punkt, an dem ich mich wohl fühle wenn ich das anderen Leuten erklären soll.

00:30:40: Also wenn Du sucht richtig, also mal wirklich einen E-Länden zum klassischen Scheißtag hast ja ein Tag an dem Du wirklich, an dem eh schon alles schief gelaufen ist und dann siehst du auch noch aus wie irgendwie ausm Heiz gezogen.

00:30:52: Das gibt's ja auch selbst bei den schönsten Menschen.

00:30:55: Dieser Tag is mein normaler Tag!

00:30:58: Und dann gibts für mich aber auch noch echte Scheiß-Tage, ne?

00:31:01: Dann wirds halt gastig, ja...

00:31:03: Hast du gelernt damit besser umzugehen oder bist du da?

00:31:06: trittst du auf der Stelle?

00:31:07: Nee also ich kann damit ganz gut umgehen und vor allen Dingen finde ich es wichtig so was zu benennen.

00:31:14: Ich meine, ich hab dann auch noch das Privileg drüber sprechen zu können und dadurch vielleicht auch so ein bisschen Menschen dafür sensibilisieren zu können.

00:31:23: Jetzt nicht als der große Prophete, der denen irgendwelche Weisheiten mitbringt sondern einfach so ey wenn wir darüber sprechen wird es halt normaler und dann gibt's Menschen den wird dann hier unterzugehört und da gibt´s Menschen die sprechen so ein bißchen ins Leere und das muss ich Gott sei Dank nicht.

00:31:37: also ich darf auch im Podcast darüber sprechen und so.

00:31:40: Und?

00:31:41: Es ist ja auch... Was ist das?

00:31:44: Normalität hilft mir total und ich glaube, dass jedes Gespräch darüber Normalität bringt.

00:31:49: Also egal wer das auch führt.

00:31:51: Wenn Kurt Krömer um die Ecke kommt über seine Depressionen spricht dann ist ein großes Werk an der Menschheit und eine depressiven Community getan nicht weil es Kurt Krümer war oder sonst was sondern weil drüber gesprochen wurde und das hilft total.

00:32:06: Und die Tatsache, dass ich meinen, was soll ich machen?

00:32:08: Also ich werde jetzt nicht zum Eremieten oder so und ich habe einen Job bei dem ich regelmäßig vor vielen Menschen stehe.

00:32:14: Oder viele Jobs, bei denen ich vor vielen Leuten

00:32:16: stehe... Ja WTF!

00:32:18: Wenn ich mir vorstelle, ich hätte so ein großes Problem mit meiner äußeren Erscheinung und müsste mich dann auf den Festival, auf die Bühne stellen und vor Tausenden von Menschen

00:32:29: perform klingt anstrengend wahnsinnig

00:32:32: ansteigen also es geht ja so schon anstregen.

00:32:34: Ja, ist es manchmal auch aber ehrlich gesagt muss man auch dann zwischen drin einfach mal gepflegten scheiß drauf geben und wirklich uns einfach machen.

00:32:44: Und das ey ich bin jetzt schon so alt geworden und habe so oft schon in meinem Leben feststellen können dass die welt voll mit Deppen steckt.

00:32:56: Und dann ist ein weiterer Depp, der sich eventuell drüber lustig macht und das kriege ich natürlich auch mit.

00:33:01: Wie meinst du das?

00:33:03: Natürlich gibt es Leute im Publikum die das interessant finden dass ich da eben mit meinem doch eher nicht den Normen oder dem klassischen Bild vom Rockstar Wie auch immer, you name it.

00:33:18: Entspreche.

00:33:19: Ich

00:33:19: finde sie ist eins zu eins aus dem Rockstar.

00:33:21: Weil ich so tätowiert durfte...

00:33:23: Du hast ein Bad, du hast Tattoos!

00:33:24: Ja gut, danke dir.

00:33:26: Ich bin jetzt nicht Youngblood oder Harry Styles oder sonst wer?

00:33:29: Ich bin halt dann eher so ein bisschen der Chromatyp da auf die Bühne kommen.

00:33:33: Natürlich gibt es dann auch Leute wie... Das sind ja auch keine Rockstars,

00:33:36: das sind ja klattgezogene Popstars.

00:33:38: Oder was weiß ich?

00:33:40: Wer ist denn jetzt ein Rockstar?

00:33:41: John Bon Jovi oder so?

00:33:42: und also ... Natürlich stehen dann unten Leute und die finden das witzig, aber sie machen sich auch über den nächsten Rollstuhlfahrer witzigt.

00:33:50: Und die machen sich darüber lustig wenn jemand weiß ich nicht eine Schuppenflechte hat.

00:33:55: Ja wie

00:33:56: was sagen die denn?

00:33:57: Hörst du die überhaupt?

00:33:58: Nee

00:33:58: ich hör die nicht und die interessieren mich auch nicht.

00:34:03: Manchmal kriegst du es mit und tatsächlich manchmal denkst du dir das auch einfach eben aus einer Erfahrung heraus, aber das juckt mich alles überhaupt nicht.

00:34:13: Dann kann ich ja oben stehen und mir denken, wenigstens habe ich nicht so eine traurige Existenz zu führen wie du.

00:34:18: Das ist dann meine Reaktion

00:34:20: darauf.".

00:34:22: Und viel mehr ist es dann aber auch nicht.

00:34:27: Ich habe ja mehr Angst vor meiner eigenen Reaktion als vor der Reaktions anderer Menschen und von meinem eigenen Urteil, auf einer Bühne sehe ich mich an.

00:34:34: Was ich nicht gut kann, ist mir danach die Videoaufzeichnung angucken oder Musikvideos.

00:34:38: Musikvides von uns sehe ich einmal zur Abnahme!

00:34:42: Und da warte ich auch dann irgendwie ein, zwei Versionen ab.

00:34:45: Also wenn nach der ersten Version irgendwelche Kritikpunkte von Sascha und meinem Companion quasi kommen, dann warte bis zur zweiten Version, guck mir die dann an damit ich mich nicht zu oft selber angucken muss.

00:34:57: Ich bin der Schafrichter, also wenn sich jemand lustig macht soll das halt machen.

00:35:01: Trauriger Typ ist ja nicht mein Problem.

00:35:05: Weil du es so schwer trägst dich?

00:35:07: Ja betrage ich, also häufig ertrage ich's ganz schwer.

00:35:13: Und was tust du dagegen?

00:35:17: Kann man aber auch etwas gegentun?

00:35:18: Ja, ich meine also Therapie können wir alle gebrauchen.

00:35:22: Ich bin in Therapie und wir sprechen auch darüber.

00:35:26: Ich

00:35:27: glaube ehrlich gesagt... Was ich mache ist mehr die Dinge in mir schärfen und prägen und besser machen bei denen ich weiß dass sie mir gefallen.

00:35:40: Also ich tu gern was für Mein Wissen, ich tue gern was für meine Gesprächskultur.

00:35:47: Für meine Sprache überhaupt!

00:35:49: Ich schreibe gerne Text und weiß dass sich das gut kann.

00:35:52: Und damit halte ich dann auch nicht hinterm Berg, ne?

00:35:55: Also wenn... für mich ist es, wenn ein Typ in einem Muskel-Shirt im Park auftaucht wo man seinen Biceps und sein Triceps und seinen... weißt du ja gar nicht.

00:36:03: Wo man alles mega gut definiert drin sieht.

00:36:07: Mein Gegenstück dazu oder meine Alternative dazu ist es einfach einen guten Text zu schreiben oder ich unterrichte an der Hochschule, mit jungen Studierenden über deren Texte zu sprechen und denen was mitzugeben.

00:36:22: Also da brauche ich kein Körper für.

00:36:25: Da würde auch ein Hirn in einem Glas reichen.

00:36:27: und meine Erfahrung, meine Werte so... Das ist das Ding glaube ich.

00:36:31: Ich weiß dass ich also.. Ich fühle mich ja nicht wertlos!

00:36:34: Ich fühl mich ja nur hässlich.

00:36:36: Das is' das Ding.

00:36:37: Aber das ist interessant, was du gerade gesagt hast mit dem Typen, mit den Beatships im Park Das ist ja dann schon herrührend vom Vergleich, ne?

00:36:47: Ja.

00:36:48: Also wenn du sagst der hat's im Beatshelbs ich hab meinen Kopf... Du könntest ja auch theoretisch sagen es mir völlig wumpe wie der aussieht.

00:37:00: Es ist im Kern auch, jaja also das bin jetzt da nicht neidisch ehrlich gesagt.

00:37:06: Ne aber was meinst du?

00:37:07: woher kommt dass das war?

00:37:08: Ich kenne das auch dieser fast schon zwanghafte Vergleich.

00:37:14: Man bewertet sich ja immer ab.

00:37:19: Ja, man wertet es sich ab!

00:37:20: Ich glaube das dem Menschen einfach so ein bisschen gegeben ist.

00:37:23: Also dadurch dass wir es irgendwie nicht... Wir haben es jetzt nun mal nicht in Kibbutz und in Sozialismus geschafft wo alle irgendwie das gleiche haben und das Gleiche sind.

00:37:34: Und ich glaub man vergleicht sich selber immer ein bisschen und bewertete sich auch anhand von Normen von so Idealen und Bildern, die man einfach im Kopf mit sich trägt.

00:37:46: Und ich möchte jetzt auch nicht Opa erzählt vom Kriegmäßig der nächste Typ sein, der irgendwie eine Abkehr von Social Media und so fordert.

00:37:54: Das geht ja gar nicht!

00:37:56: Aber ... Die Tatsache das... Sich ein schönes Leben und so einen schönen Mensch so gut inszenieren lassen?

00:38:05: Und die Tatsachen dass.... dieses Ding, dieses Star sein und begernswert sein.

00:38:11: Und am Start sein ja auch nicht mehr über diese ganzen Elenden Umwege und irgendwelche Industrien laufen muss sondern dass man sich einfach direkt in so eine Industrie einfach rein flexen kann dem an Einfach was zu präsentieren hat um das auf Social Media tut.

00:38:28: Es ist natürlich auf der einen Seite toll also das hat dir geholfen es hat mir geholften.

00:38:33: irgendwie.

00:38:34: Auf der anderen Seite macht es natürlich aber auch einen kompetitiven Markt auf, der so erbarmungslos ist.

00:38:39: Weil er null Prozent reguliert ist.

00:38:41: Da stellt sich ja niemand hin und passt mal drauf auf!

00:38:44: Du kannst höchstens was dagegen sagen... ...und gehört werden im Idealfall.

00:38:49: Aber du kannst nichts dagegen machen.

00:38:51: Und das... Natürlich macht das was beim Selbstwert.

00:38:54: Wie sollen das sonst anders laufen?

00:38:57: Glaubst du dass du irgendwann mal Frieden mit dir selbst schließen wirst?

00:39:01: Ach doch da gehe ich von raus.

00:39:03: Ja

00:39:04: Da bist du aber noch nicht.

00:39:05: Nee, also mit meinem Körper habe ich noch lange keinen Frieden geschlossen und mit mir selber auch noch nicht war.

00:39:10: Ich einfach glaube dass da noch eine Menge kommt.

00:39:12: das ist auch ein schöner Aussicht.

00:39:13: Also das so ich hab auch kein großes Problem mit stagnation finde ich auch manchmal ganz geil.

00:39:18: ehrlich gesagt wenn Sachen so bleiben wie sie sind doch cool Ist auch ne form von sicherheit.

00:39:23: Aber ich glaub dass ich noch eine ganze menge im angebot habe Und dann solange mache jetzt auch noch den fertigen frieden mit mir weil ich glaub frieden machen bedeutet Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich wirklich ein Häuschen in Schweden kaufe und mich da in so einen Sonnenstuhl setze.

00:39:42: Und den ganzen Tag lese und den Hund streichle.

00:39:44: Das klingt nach Frieden!

00:39:46: Ist das dein Traum?

00:39:47: Das war mein letzter Urlaub.

00:39:48: tatsächlich deswegen fetzt mir gerade ein Jahr.

00:39:50: sowas ist mein Traum.

00:39:52: Der eigentliche Traum ist die schottische Kirche Verkauft alte kirchen für einen apple und ein ei.

00:39:59: du kannst in schott land eine kirche mit eigenem friedhof wie komot soll es noch werden.

00:40:04: Kannst du für irgendwie?

00:40:05: thirty tausend fund kaufen Das fändig sind?

00:40:08: was jetzt damit?

00:40:09: man

00:40:09: wohnen

00:40:10: in der kirche?

00:40:11: ja klar ich will kein kohl gründen oder so.

00:40:13: Ich würde einfach will

00:40:14: da schießt sich der klosterkreis

00:40:16: vielleicht doch das ja na es ist auch wirklich so dass meine meine freunde nicht wir haben Das haben wir in unserem ersten Urlaub, gemeinsam im Urlaub tatsächlich auch in Schottland festgestellt.

00:40:26: Dass wir beide zum Beispiel eine wahnsinnige Vorliebe für alte Kirchen und auch Friedhöfe haben.

00:40:32: Also wirklich so.

00:40:33: nicht weil ich mich am Tod weide oder so Und ich bin jetzt auch nicht so ein Gothic-Typ und lauf eigentlich mit Kajal unter den Augen durch die Gegend.

00:40:39: Aber das ist so ne Aesthetik Die finde ich so stark.

00:40:42: und wenn ich mir vorstelle dass Ich da jeden Morgen wach werde also dass ich wach werden und nach oben gucke und dann ist Da einfach so eine kirchendecke das wäre schon gut

00:40:51: Aber könnte auch kalt werden im Winter.

00:40:53: Könnte richtig kalt sein, aber eben Schweden auch, also so ein Häuschen in Schweden im Wald, das stelle ich mir schon echt gut vor.

00:41:03: Ich bin jetzt nicht so ein super vom Menschenabgewandter Misantrop irgendwas oder so... Ich bin fein, dass es Menschen gibt und die dürfen auch da sein.

00:41:15: Aber ich bin auch fein damit ...

00:41:17: Wenn

00:41:17: die mal nicht da sind?

00:41:18: Ja genau, deswegen das wär ideal.

00:41:19: Irgendwas wo man so ein bisschen braucht bis man auf den nächsten Menschen trifft.

00:41:23: Ist das

00:41:24: dann versteckst du dich dann oder ist es eher

00:41:29: nur

00:41:30: die Ruhe?

00:41:30: Hauptsächlich!

00:41:32: Das ist ja eh so ein wenig das Kreuz des Selbstständigen.

00:41:34: Du bist ja selbst unständig und das stimmt ja In einem Musikbranche ist aber tatsächlich auch so dadurch, dass alle so völlig bescheuerte Arbeitszeiten haben.

00:41:43: Du bekommst auch manchmal Sonntagsabend um Viertel nach elf mal noch eine wichtige Frage und so.

00:41:49: Dass ich stelle mein Handy schon ... Ich hab den Schlafmodus eingestellt ab zwanzig Uhr.

00:41:53: Ist das Schlafmodus?

00:41:54: Alle die danach was wollen können sich geflickt gehackt legen weil das jetzt nicht mehr mein Problem.

00:41:59: Das ist in solchen Situationen der größte Luxus dass ich allen Bescheid sagen kann, dass ich nicht da bin und deswegen auch nirgendwo rein gucken muss.

00:42:08: An allen anderen Tagen im Jahr selbst wenn es ein Wochenende ist oder wie jetzt irgendwie empfingsten oder weiß ja gar nicht was.

00:42:17: Selbst an diesen Tagen muss ich mal eine E-Mails checken weil vielleicht hier irgendjemand vergessen hat das Feiertag ist.

00:42:23: Wenn ich aber vorher bescheid sage und sag ey ich bin jetzt mal für zehn Tage raus und werde keine E-mails lesen und keine Autoresponder anmachen dann herrscht wirklich mal Ruhe Und das ist das große, große Ding.

00:42:35: Ich lieb den Job aber ich hasse es dass alle einfach irgendwann aufgegeben haben Wochenenden und so was zu haben.

00:42:43: Das kann's doch auch nicht sein!

00:42:45: Ich finde es ist auch kein Fancy Lifestyle und das ist keine Passion für einen Jobs einfach nur bescheuert.

00:42:50: So warum haben wir denn sowas?

00:42:51: Und das is im Urlaub nicht.

00:42:54: Und wenn du dann irgendwann in deiner Kirche in Schottlandhaus glaubst du deine Tochter kommt dich dann regelmäßig besuchen?

00:42:59: Ich will´s mal schwer hoffen.

00:43:01: Hast

00:43:01: du manchmal Angst, deiner Tochter was weiterzugeben?

00:43:05: Was du gar nicht weitergeben möchtest.

00:43:06: Oh ja, häufig!

00:43:08: Es gibt so ein tolles Lied von Ben Folds.

00:43:12: Still Fighting.

00:43:13: It heißt das und da singt er... Das fängt super süß an ist für seine Tochter eben.

00:43:17: Sie singen irgendwie Good Morning Sun.

00:43:18: I Am A Bird Wearing a Brown Polyester Shirt und man denkt sich auch, es ist süß Gibt's im Chorus die Zeile, everybody knows it hurts to grow up und so.

00:43:30: Und dann denkt man sich, da hat er ja auch schon wieder recht!

00:43:32: Dann ist die letzte Zeile im Chorus is and you're so much like me I'm sorry.

00:43:37: Da platzt mir jedes Mal das Herz und ich denke oh Gott, das kannst du doch nicht sagen.

00:43:43: Klar... Natürlich, das denke ich jedes Mal wenn ich mag meinen Papa total gerne.

00:43:48: Wir sind jetzt nicht so wir sind nicht die Buddies die rumhängen gemeinsam angeln gehen aber Ich finde es gut dass den gibt.

00:43:54: genau so viele Sachen nerven mich auch an ihm Geflogenheiten manieren solche sachen und dann manchmal erwischt ich dir aber auch an mir So ein lautes sein oder sonst was.

00:44:05: ich denke der ist jetzt ein papa.

00:44:06: warum habe ich jetzt Warum bin ich jetzt wie papa?

00:44:09: Und ich weiß ja ich weiß immer meine Fehler und ich weiß er darum dass ich weil ich bei Gott kein perfekter Typ bin.

00:44:14: Und ich weiß auch, dass sich viele Sachen ... Dass ich mir in meinem Leben oft unnötig verkompliziere, weil ich Sachen unnödig kompliziert mache und das ... Ich glaub meine Tochter hat da eine Tendenz.

00:44:26: Das würde ich ihr gerne ersparen aber erklär das mal einem Menschen.

00:44:29: Weil es ist ja Charakter!

00:44:31: Das ist jetzt nicht irgendwie ne schlechte Angewohnheit, ne?

00:44:35: Ja... Das hast du dann schlecht gewissen?

00:44:37: Nee, warum?

00:44:39: Also nee mit meinem Gewissen macht das nix sondern eher, es ist wie jemand auf die Füße zu treten.

00:44:46: Das macht sie auch nicht absichtlich.

00:44:49: Und das kann mich aber auch nicht davon abhalten rumzulaufen nur weil da irgendwo Füse sind und ich bin so froh, dass es die gibt und ich glaube, dass die einen fantastischen Weg vor sich hat.

00:45:00: Ich glaub, die muss noch nicht mehr ... Die muss jetzt nicht Jura oder Medizin oder sonst was studieren.

00:45:06: Die muss keine Korrifere in ihrem Fach werden.

00:45:09: Ich glaube, wahnsinnig viel zu tun hat und das finde ich richtig gut.

00:45:15: Und da denke ich mir...

00:45:17: Wie meinst du, viel zu tun?

00:45:19: Naja also so im menschlichen.

00:45:21: Ich glaube die wird viele tolle Freunde Beziehungen Zwischenmenschliches haben.

00:45:27: Ich glaube sie wird viele Tolle Gespräche führen.

00:45:31: Die wird einfach ein loiales Stück Mensch sein.

00:45:37: Das ist eine wunderbare Aufgabe.

00:45:40: soll sie machen Ja.

00:45:42: Und sprichst du mit ihr darüber?

00:45:43: Nö, noch nicht!

00:45:45: Momentan spreche ich mir viel über

00:45:50: Six-Seven und Schere.

00:45:51: Und darüber dass sie schere genau auch.

00:45:55: Mir tatsächlich hat die ganz wenig Jugendsprachen oder das finde ich auch ganz gut.

00:46:00: Das ist eher gerade so der Ärger, Sie ist zur Feministin geboren und wird auch als solche erzogen.

00:46:09: Und gerade nervt sie im Allerdeutschen, dass in ihrem Hockey-Team an dieser Stelle schöne Grüße ans Hockey Team das die Jungs nie an die Girls passen weil die da so einen natürlich einen Jungsglöckl draus machen und deswegen kein echtes Team entstehen kann.

00:46:22: Das ist ja bei ihrem Kleinen das was bei mir im Großen ist und bei ihr eigentlich auch im großen.

00:46:28: also solche Sachen.

00:46:29: wir sprechen viel über die Welt, wir sprechen viele über Politik Wir sprechen viel über Gerechtigkeit, wir sprechen viel... ...über Moral.

00:46:42: Aber nicht moral im Sinne von Das macht man nicht sondern wie stellt man sich eigentlich an wenn man gerne als guter Mensch gesehen werden möchte?

00:46:53: Das ist echt ein Thema.

00:46:54: gerade die wird halt gerade erwachsen in riesigen Schritten.

00:46:58: So zwölf is so'n wildes Alter einfach weil die wirklich hat's richtig Meinung.

00:47:04: Wir können uns richtig unterhalten und das ist total stark.

00:47:08: Bist du stolz auf seinen Tochter?

00:47:09: Wahnsinnig!

00:47:11: Da reden wir gleich noch ein bisschen mehr darüber, wir müssen nämlich jetzt in der Hauptfolge zum Ende kommen.

00:47:16: Vielen vielen Dank, dass du dich so geöffnet hast Nikolas.

00:47:18: Ich danke dir.

00:47:19: Es hat Spaß gemacht.

00:47:21: Alle die

00:47:22: diese Folge hören und Anregungen, Kritik, Feedback haben können das wie immer gewohnt in der Pottimo App machen direkt unter der Folge.

00:47:30: Die Kommentare gucke ich mir auch an oder ihr folgt und interagiert mit dem Instagram-Kanal Tegistrift unter Strich Podcast.

00:47:38: Das war die Hauptfolge von Tegestrift, mit Nicolas Müller.

00:47:41: Und wir hören uns gleich eine Zusatzfolge wieder.

00:47:45: Bis

00:47:46: gleich!

00:47:46: Tschö tschau.

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