Tigges trifft Marlene Lufen in ihrer Schule
Shownotes
Diese Folge ist schon vor 4 Wochen als Videoepisode bei Podimo erschienen. Dort bekommst du zusätzlich kostenfreie Zusatzfolgen. Dafür einfach kostenlos die Podimo-App downloaden: https://podimo.de/tiggestrifft_open
Sebastian Tigges trifft Moderatorin Marlene Lufen an einem Ort, der den Puls der 80er Jahre atmet: ihrem ehemaligen Gymnasium in Spandau. Inmitten der West-Berliner Insel-Atmosphäre sprechen die beiden über Marlenes Anfänge zwischen Leistungsschwimmen und Theaterbühne. Marlene hat drei völlig gegensätzliche Orte mitgebracht, die ihre Lebenslandkarte definieren – von der Beständigkeit ihres Ferienhauses im Harz bis hin zum High-Speed-Journalismus beim US-Sender ABC in San Francisco. Doch das Gespräch geht weit über die Karriere hinaus: Marlene spricht radikal ehrlich über sexuellen Übergriffe und warum sie sich mit ihrem Buch „Die im Dunkeln sieht man nicht“ dazu entschied, dieses Thema öffentlich zu behandeln.
_ „tigges trifft“ ist ein Podcast produziert von Podimo mit Host Sebastian Tigges (@tigges).
Jeden Dienstag gibt es eine neue Folge, in der Sebastian Tigges Persönlichkeiten an ihre ganz persönlichen Schicksalsorte begleitet. Abonniere den Podcast jetzt bei Podimo, um keine neue Folge zu verpassen!
Mehr Insights auf Instagram: @tiggestrifft_podcast
Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.
Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!
Transkript anzeigen
00:00:03: Ich stehe vor einem roten Backsteingebäude in Spandau.
00:00:06: Es ist das Kahlfriedrich von Siemens Gymnasium, die Luft ist dick von diesem typischen Geruch aus Bonawax, Kreidestaub und den nassen Haaren der Schüler, die gerade vom Schwimmtraining kommen.
00:00:16: Draußen vor dem Fenster liegt Westberlin eine Stadt, die sich wie einer Insel anfühlt umringt von einer Mauer, die für uns zum Alltag gehört.
00:00:24: Wir schreiben die Achtziger.
00:00:25: Hier drinnen tragen die Mädchen neonfarben und topierte Haare während draußen die Weltgeschichte darauf wartet zu explodieren.
00:00:32: Hier zwischen Garfitis an den Klo-Türen und der ständigen Präsenz der Mauer verbrachte Malene Lufen ihre Teenagerjahre.
00:00:38: Es ist die erste von drei Orten, die Malene heute mitgebracht hat.
00:00:41: Drei Welten, welche unterschiedlich nicht sein könnten und die zeigen wie aus dem Mädchen aus Spandau die Frau wurde, die heute ganz Deutschland weckt.
00:00:52: Herzlich willkommen zurück bei Teges Trift.
00:00:54: Heute ist Dienstag, heute ist Tegestriff Tag Und ich freue mich schon sehr lange auf die Gäste, die ich heute hier begrüßen darf und zwar sitzt mir gegenüber Malene.
00:01:05: Schön, dass du da bist Marlene.
00:01:06: Ich freue mich auch.
00:01:08: Es ist eine wirklich sehr große Ehre, dass Du hier bist und ich freue mich sehr.
00:01:13: Du hast drei Orte mitgebracht!
00:01:15: Ich weiß nicht ob wir die alle durchgehen... Wir haben jetzt gerade schon im Vorgespräch über diverse andere Dinge gesprochen und meine Produzentin hat gesagt, jetzt fangt endlich mit der Folge an damit der ganze Stuff in die Folge mit reinkommt.
00:01:28: Und ich weiß gar nicht, ob wir den Faden nochmal aufnehmen sollen.
00:01:32: Wir fangen einfach an bei der Frage, die ich in den Raum gestellt habe.
00:01:35: Wenn man in einer heterosexuellen Beziehung fest ist und dann knutscht man fremd... Und es ist in dieser heterosexyllen monogrammen Beziehungen auch vereinbart dass Knutschen schon fremden gehen ist.
00:01:48: Dann isst man in der Disco und knutsch aber mit einem gleichgeschlechtlichen Partner-Partnerin ob das dann fremde gehen ist.
00:01:56: Also da sind wir ja drauf gekommen.
00:02:02: Es gab halt einmal diesen sensationell lustig, wirklich tollen lustigen Abend der irgendwie beim Fernsehpreis begonnen hat.
00:02:10: Nicht dass das jetzt immer die tollsten Abende waren aber dieser Abend war wirklich aus unterschiedlichen Gründen sehr sehr lustig und dann sind wir noch weitergezogen.
00:02:17: es ist wirklich sehr lange her über zwanzig Jahre.
00:02:22: Ich war wahnsinnig betrunken, egal warum.
00:02:23: Auf jeden Fall wurde ich auf der Tanzfläche wirklich von einer sehr hübschen, sehr schaumanten Frau total angegraben und fand es irgendwie aufregend.
00:02:32: Und dann haben wir uns geküsst – ich würde jetzt nicht Knutschen nennen aber sie hat mich geküszt.
00:02:38: und wie gesagt, ich war beeindruckt irgendwie einfach weil die Situation so verrückt war.
00:02:44: Aber dabei ist das auch geblieben und zumindest ... Also mein damaliger Mann hat das nicht als fremdgehend empfunden.
00:02:51: Ich hab's ihm natürlich erzählt, weil es irgendwie eine lustige Story war.
00:02:55: Du hattest ja auch kein Schlechtsgewissen?
00:02:56: Nee.
00:02:57: Hatte ich nicht!
00:02:58: Aber ich finde auch... Und
00:02:59: wenn das jetzt ein Mann gewesen wäre ...
00:03:00: aber Knutschen ist schon scheiße in der Beziehung.
00:03:02: Also, weil Knutschens ist ja was...
00:03:04: Sehr intimes.
00:03:05: Ist
00:03:05: total intim.
00:03:06: Also Knutschan küsst er wirklich im Team und das würde ich schon Scheiße finden.
00:03:12: Und hast du schon mal fremdgeknuscht?
00:03:14: Du meinst, wenn ich als sich in der beziehung war?
00:03:15: Ja.
00:03:16: Was dein Ex-Mann nicht
00:03:17: weiß?!
00:03:20: Wenn ihr das jetzt hören würde, wäre ja nicht mehr sauer.
00:03:23: Ja, sagen wir mal so... Ich kann hier alles erzählen, aber zu einem Zeitpunkt wo das mein gutes Recht war, so wurde ich es mal bezeichnet.
00:03:37: Weil's
00:03:37: schon zu Ende ging?
00:03:38: Ja genau und weils auch irgendwie.
00:03:41: Das war nicht mehr die vertrauensvolle Beziehung, die man sich eigentlich so wünscht.
00:03:48: Also
00:03:48: er hat vorher scheiße gebaut?
00:03:50: Ja das kannst du jetzt so rauslesen.
00:03:52: aber ich will ja jetzt weißte was... Ich könnte dir jetzt alles erzählen!
00:03:57: Nee dafür müssen wir auch nicht jedes Jahr...
00:03:59: Ne genau und weißt es ist ja so.. Ich kann in meinem Privat, das mache ich auch.
00:04:02: Es war sogar auch sehr schön irgendwann zu sagen so ich brauche keine Fassade mehr aufrechterhalten.
00:04:09: Ich erzähle des meinen Freundinnen was mir weh tut Womit ich mich gerade kämpfe.
00:04:16: Aber wenn du das in der Öffentlichkeit erzählst, das muss jeder für sich entscheiden.
00:04:20: aber es verletzt ja da natürlich einen anderen Menschen deinen Partner Ex-Partner Es verletzen auch deine Kinder und ist irgendwie was... Ich habe das als angenehm empfunden dass dann nicht ins Detail Und mein übrigens meinen Exmann auch nicht.
00:04:35: Das war eine gute Entscheidung.
00:04:36: Du hast grade gesagt, wenn ich das richtig versstanden habe, dass du erst nach einer Weile dich auf deinem Freundin geöffnet hast.
00:04:43: Weil hast du dich erst zurückgehalten?
00:04:44: Also naja, es ist ja ein Prozess.
00:04:47: Wenn du feststellst dass in der Beziehung nicht mehr so ist wie du das dir erträumt hast und wo sie am Anfang waren.
00:04:54: Du wirst ja selber auch kennen.
00:04:55: Es ist ja nicht sofort, sodass man den ersten Gedanken sofort teilt im Freundeskreis sondern es kommt zum ersten Mal dieser... Ich weiß noch, ich weiß noch da sich diesen Gedanken zum ersten mal im Kopf formuliert habe vielleicht muss ich mich trennen Und ich werde mich vielleicht trennen und dass sich das ganz schlimm fand.
00:05:12: Diesen Gedanken überhaupt zu haben, wenn es eine große Liebe ist...
00:05:17: Wie lange war zwischen diesem Gedanken-Untertrennung?
00:05:20: Lange!
00:05:22: Es gibt ja mehrere Männer in meinem Leben aber ich glaube schon, dass man diesen Gedanken hat und dann trennst du dich ja nicht sofort.
00:05:32: also das gibt es auch Menschen, die irgendwie einmal feststellen, dass eine Beziehung anders ist als man sie sich wünscht und dann sich sofort trennt.
00:05:43: Das gibt es sicherlich auch Gründe dafür, die bei mir genauso gewesen wären – das war aber nicht so in keiner meiner innigen Beziehungen.
00:05:51: Und genau!
00:05:52: Dann musst du was erst mal wachsen.
00:05:54: Manchmal finde ich das sehr schön wenn es nicht zu einer Trennung führt.
00:05:57: Es kann ja auch sein, dass in der Beziehungszeit etwas nicht mehr optimal ist einfach offen zu sprechen, mal Dinge anzusprechen.
00:06:09: Und dann verändern sich die ... also dann wird's wieder gut!
00:06:12: Das ist ja toll!
00:06:14: Wie war das bei dir?
00:06:17: Jetzt hab ich zu lange Pause gemacht damit du da mit deiner Frage jetzt reinkriegst.
00:06:23: Beim uns würde ich sagen War das ähnlich.
00:06:27: Ich glaube dass wir beide individuell schon zum früheren Zeitpunkt schonmal das durchgespielt haben
00:06:32: im Kopf
00:06:33: und bis es dann passiert Bis sich einer dazu durchfängt und das schafft, muss man ja sagen schon fast.
00:06:38: Also wenn beide... ...schon nicht mehr so glücklich in der Beziehung sind dann schafft es ja... Es ist ja selten so dass beide gleichzeitig sagen So jetzt vorbei!
00:06:49: Und dann schaft es ja ein paar, das auszusprechen.
00:06:53: Das hat auch ein bisschen gedauert.
00:06:55: Wir haben's natürlich auch probiert.
00:06:57: wir haben ja zwei kleine Kinder und dann Ist es ja auch schwer einfach zu sagen okay wir lassen das Wenns keine super zwingenden Gründe gibt.
00:07:05: Aber wir sprechen jetzt nicht über mich, wir sprechen über dich.
00:07:07: Wir nehmen direkt deinen ersten Ort den du mitgebracht hast und wir haben uns ein bisschen Mühe gegeben bzw.. Nicht ich sondern das Team Hintertäckens trifft!
00:07:18: Das großartige Team um dein erster Ort den Du mitgebracht hast mal ein bisschen scenisch zu um-und zu b schreiben.
00:07:26: Und das lese ich Dir jetzt vor und dann kannst du mir sagen was Du davon
00:07:29: hältst.
00:07:31: Ich stehe vor einem roten Backsteingebäude in Spandau für alle, die nicht aus Berlin kommen.
00:07:36: Das ist ein Stadtteil von Berlin.
00:07:38: Ist
00:07:39: das ein Stadtteil?
00:07:40: Ja!
00:07:42: Aber auch so ein bisschen eine
00:07:44: eigene Welt.
00:07:47: War natürlich damals als Kind und Teenager... Ich komme aus Charlottenburg-Nord, aber Spannau war natürlich ein bisschen am Rande.
00:07:55: Aber die Hälfte meiner Freunde kamen aus Spandau.
00:07:59: Es ist das Kahlfriedrich von Siemens-Gymnasium.
00:08:02: Die Luft ist dick, von diesem typischen Geruch aus Bonawax, Kreidestaub und den nassen Haaren der Schüler die gerade vom Schwimmtraining kommen.
00:08:09: Draußen vor dem Fenster liegt Westberlin eine Stadt, die sich wie an der Insel anfühlt umringt von einer Mauer, die für uns zum Alltag gehört.
00:08:16: Wir schreiben die Achtziger hier drinnen tragen die Mädchen neonfarben und topierte Haare während draußen die Weltgeschichte darauf wartet zu explodieren.
00:08:24: Hier zwischen Grafitis an den Klortölen und der ständigen Präsenz der Mauer verbrachte Marlene Lufen ihre Teenagerjahre.
00:08:30: Es ist der erste von drei Orten, die Marlene heute mitgebracht hat.
00:08:33: Drei Welten, welche unterschiedlicher nicht sein könnten und die zeigen wie aus dem Mädchen aus Spandau die Frau wurde, die heute ganz Deutschland weckt.
00:08:40: Schön!
00:08:41: Gut beschrieben ja so war das.
00:08:43: Erzähl mal du bist in Berlin aufgewachsen als da noch eine Mauer drum gebaut war?
00:08:49: Und deswegen habe ich dir diesen Ort vorgeschlagen weil so häufig hab' ich nur gar nicht drüber gesprochen aber es prägt... Also, das hat uns alle total geprägt.
00:08:59: Meine Freunde aus der Zeit sind alle mit dieser Situation erwachsen geworden und es war wirklich was Besonderes.
00:09:07: Es hat mich auch total geplägt und meine Persönlichkeit auch irgendwie geprägte.
00:09:18: Ich sage immer, wir ist gleiche Wort.
00:09:20: Aber inwiefern?
00:09:22: Du wusstest, also wenn ich mal ganz ehrlich bin.
00:09:25: Wir wussten das wir was Besonderes sind Berlin-West, du warst irgendwie... Für uns waren die Leute aus Westdeutschland genau so fremd, skurril ein bisschen uncooler wie die Menschen aus dem Osten und wir sind auch mal zu unserer Familie in die DDR gefahren Und wir sind halt, wenn wir in den Urlaub gefahren sind durch die DDR durch und dann nach Westdeutstand Und die haben irgendwie anders geredet und die sahen irgendwie anders aus.
00:09:53: Wir haben uns immer ein bisschen als was Besonderes gefühlt, damit bin ich groß geworden.
00:10:01: ja Berlin war natürlich auch wild und die Achtziger und so wie du es gesagt hast Clubs waren... Ich war kein großer Clubgeher bis ich siebzehn-achzehn war, also bei mir ging's spät los aber trotzdem weil das heißt... Das würdest
00:10:13: du sagen spät?
00:10:14: Ja Ja, ja, geht.
00:10:16: Kann man schon früher... Also Berlin konnte es schon früher losziehen eigentlich.
00:10:19: Ich
00:10:19: wollte sagen, dass Berlin war das spät
00:10:20: wahrscheinlich, ne?
00:10:21: Ja genau.
00:10:21: Ähm, ja und ich hab halt den Mauerfall erlebt als ich gerade achtzehn wurde.
00:10:29: also ich bin achtzehnt geworden noch nicht!
00:10:31: Ich wurde achtzehen.
00:10:34: Nee, warte mal wie war's denn?
00:10:35: Das würde mir ganz gut überlegen.
00:10:37: Ich war achtzehin, genau.
00:10:38: Also ich war achtzin Da war ja so ein bisschen fließend.
00:10:42: Du konntest vorher schon nach Ost-Berlin rüber und dann sind wir da auch in Clubs gegangen, es gab schon Beziehungen, also Ost-West-Beziehung die sich entwickelt haben ganz wilde Stories Und irgendwann fiel die Mauer.
00:10:56: an diesem Abend weiß ich noch genau was ich gemacht habe.
00:10:59: Ich hab fern geguckt.
00:11:01: In den Tagesthemen war ein Bericht wo gesagt wird und im McDonalds knallt der Rotkäppchen Sekt symbolische Vereinigungen von Ost und West.
00:11:13: Und ich hab noch so gedacht, hey was ist denn da los?
00:11:15: Ich habe es gar nicht richtig verstanden!
00:11:17: Es war auch schon spät am Abend, bin morgens früh wach geworden und eine Freundin rief dann an auf dem Fest natürlich und hat gesagt wir gehen heute nicht in die Schule, wir gehen zur Mauer.
00:11:26: Dann sind wir an diesem Morgen des zehnten November zum Brandenburger Tor gegangen.
00:11:31: Da waren schon die ersten Ghetto Blaster aufgebaut und wir sind hoch auf diese Mauer geklettert direkt am Brandenburger Tor.
00:11:38: Also dieses Bild, was so ikonographisch für den Mauerfall ist, ist mein Bild!
00:11:43: Ich habe zwar kein Foto davon von mir aber ich... also wir alle, wir waren ja mehrere Wir haben das halt in unserer DNA und unsere Erinnerung gestanden da.
00:11:52: Ich weiß noch dass ich auf die andere Mauersite geguckt habe.
00:11:54: dann standen die Phobos, also die Polizisten aus der DDR.
00:11:58: Die wussten gar nicht wie sie mit der Situation umgehen sollen.
00:12:01: Ich könnte jetzt richtig emotional werden weil es sowas besonderes war.
00:12:05: Es tat ja auch leid.
00:12:06: Wir konnten hier aus dem Westen zum Beispiel auf so ein Aussichtsturm steigen, fünf Meter von der Mauer entfernt und haben rübergeguckt über die Mauer und uns die Leute in den DDR angeguckt.
00:12:15: Das musst du dir mal vorstellen!
00:12:17: Und ich weiß dass sich da oben stand und wir dann da lief die Musik und wir haben sie irgendwie angelächelt und wollten so ... das ist ihnen... dass die sich auch wohl fühlen aber denen war gar nicht klar was jetzt passiert.
00:12:28: Die wussten nur es ist jetzt wohl so, dass die Mour fällt aber so richtig wusste ja keiner was passiert.
00:12:34: Ich hab ein kleines Steinchen, was ich mir aus der Mauer selber rausgehauen habe.
00:12:38: Und dann waren die ersten Tage nach diesem Mauerfall wirklich... Also, ich würde sagen, nach der Geburt meiner Kinder war das das Schönste, was sie erlebt haben.
00:12:46: Erzähl mal!
00:12:47: Nimm uns mal mit!
00:12:47: Es
00:12:48: muss
00:12:49: ja unbeschreiblich sein?
00:12:50: Es war unbescheidlich und es ist wirklich so ... Diese ersten Tage waren nur geprägt von Vereinigung also von emotionalen Treffen.
00:13:01: Menschen haben Die Aussies, die wir damals noch gar nicht aussieß genannt haben.
00:13:06: Es kam alles später.
00:13:08: Die haben sie zu Hause aufgenommen.
00:13:10: Du hast irgendwie ... Die haben dich Geld geschenkt?
00:13:13: Die haben Sie zum Essen eingeladen?
00:13:14: Man ist rüber in den Osten und hat sich das alles angeguckt.
00:13:17: Ist dann auch kurz danach natürlich wahnsinnig viel rausgegangen in Ostberlin.
00:13:22: Ostberlín war total cool, obwohl alles halt so wie ... Aus der heutigen Sicht.
00:13:27: Sie sah aus wie nach Kriegszeit so ein bisschen, aber gerade dieser DDR-Schick war super angesagt.
00:13:32: Aber diese ersten Tage waren geprägt davon, dass alles zusammenkam und Freundschaften sich entwickelt haben.
00:13:43: Und manche wussten gar nicht, wo habe ich eigentlich diese Tage übernachtet?
00:13:45: Ich hab irgendwo bei irgendjemandem übernachtet, aber man weiß es dann gar nicht mehr ... Und jeder Trabi, den du auf der Stadt Autobahn gesehen hast wurde mit Hupen begrüßt und mit Winken.
00:13:55: Das war wirklich...
00:13:57: Wie war das wenn man dann nach Ostberlin reingegangen ist?
00:14:01: War das wie so ein Freizeitpark wo die West-Berliner dann reingegegangen sind gesagt haben oh guck mal hier weil du sagst es ist so'n cooles Flair und das ist ja immer noch so dass Ost Berlin es ebbt so langsam ab weil jetzt ist West Berlin auch wieder cool.
00:14:15: aber wie wurdet ihr da empfangen?
00:14:20: Also ich glaube, es war wahnsinnig viel Neugier aufeinander.
00:14:24: Ich bin ganz sicher beidseitig dass diese ersten Tage dann danach kam auch ganz viel Heme und ganz viel das wird sowieso nicht klappen und wie soll es gehen?
00:14:36: usw.. Und die nehmen uns alles weg und so schwach sind.
00:14:39: aber gerade diese ersten tage waren halt wirklich nur von mitgefühl von neugier auffeinander von neuen freundschaften neuen Lieben geprägt und ich würde nicht sagen, dass es wie ein Freizeitpark war.
00:14:53: Dass man sich so geführt hat, wie ah jetzt schicken wir hier die Lage mal aus und übernehmen sie sondern da war.
00:15:00: also man fand das halt total lässig und war wirklich interessiert aneinander.
00:15:05: Und die Clubs gab's dann im dritten Stock zweiter Hinterhof.
00:15:11: Das ging schnell?
00:15:12: Das ging ganz schnell!
00:15:13: Ich kann mich noch an einen Klub hängen Hing von der Decke lauter Zeitungen Wiedervereinigungszeitung, die wurden alle so oben an der Decke geklebt und hingen in den Raum runter.
00:15:23: Und da hast du halt getanzt und überall lief Hausmusik und Techno was nicht alles also alles möglichen.
00:15:31: Ja das war wirklich eine sehr schöne Zeit.
00:15:34: Wie lange hielt diese Partys Stimmung an?
00:15:37: Die Partys stimmungen hielt länger an Diese Glückseligkeit, diese Euphorie ich würde sagen drei Tage vier Tage.
00:15:47: So habe ich das Erinnerung weil ich es dann ganz schlimm fand dass dann sehr schnell so die ersten Witze gemacht wurden über Leute aus der DDR.
00:15:58: also die hatten die Blondierungen waren nicht besonders schick Die Jeans sahen nicht so geil aus und die Leute sahen noch anders aus.
00:16:09: Und dann war es so meine erste Banane, diese Bilder.
00:16:12: Das hat mich mitverletzt, weil ich das einfach ... Ich fand, das macht man nicht!
00:16:16: Es ist so herabwürdigend, warum machen wir das?
00:16:18: Dann gab's in der Politik so viel Gegenwehr, dass es nichts zu bezahlen ist und es wurde kaputt diskutiert.
00:16:29: So hab' ich das als ... Ich war natürlich noch jung, ne?
00:16:32: Ich habe das als Kaputtdiskutieren empfunden und da war ein bisschen mehr Zauber schon eingeschränkt.
00:16:40: Wie bist du dann von da zu einer der berühmtesten Fernsehmoderatorin Deutschlands gekommen?
00:16:49: Ganz, ganz mit kleinen
00:16:50: Schränken.
00:16:51: Damals als die Mauer fiel und du da über die Mour gelugt hast was wolltest du da werden?
00:16:57: also sagen wir ich wusste da schon dass sich gerne da sein wollte wo die Dinge passieren.
00:17:02: das hatte ich schon Das hatte ich schon früh, das hatte auch in der Schulzeit am Ende.
00:17:07: Ich wollte gerne was Tolles machen mit meinem Leben und nicht irgendeinen Job anfangen, den mir nur so Mittel gefällt, sondern ich wollte das Tollste vom Tollen.
00:17:16: Wusste aber noch nicht genau wo die Reise hingeht?
00:17:19: Ich habe da schon ein Auslandsjahr gemacht in Amerika und das war zum Beispiel auch einen Tag, wo die amerikanischen Freunde mir dann geschrieben haben wir sehen es im Fernsehen und wie toll sie finden ja bis heute alles so spannend Und mich hat es immer ins Ausland getrieben.
00:17:36: Ich bin als Operamethie nach Spanien gegangen, nach Madrid und konnte wirklich fünf Sätze auf Spanisch.
00:17:43: Es war keine gute Idee, zumindest eine einfache.
00:17:46: Aber ich hatte es immer in die Ferne getrieben, ich wollte alles erst mal kennenlernen und ausprobieren und Sprachen liegen mir definitiv.
00:17:57: Dann habe ich mein Studium angefangen, da war dann schon so die Neugier Also Publizistik auf Journalismus.
00:18:05: Die Medien nannten sich, glaube ich damals noch nicht die Medien sondern es war Fernsehen und Zeitung.
00:18:10: Und ich dachte eigentlich gehts zur Zeitung weil ich gerne geschrieben habe auch schon zu dem Zeitpunkt so kleine Sachen geschrieben habe.
00:18:18: Ich hab dann auch für ein Berliner Stadtmagazin nach der Mauerfall dann geschrieben und immer irgendwelche tollen Events in der Stadt passiert sind.
00:18:28: Was ist denn so'n It Girl?
00:18:30: Nee, nee, war ich nicht!
00:18:32: Aber wo hattest du die Informationen, wo es cool ist?
00:18:34: Wo's abgeht.
00:18:34: Ja!
00:18:35: Ich war ganz doll geschmeichelt, dass ich von dieser Agentur... Das war der Flyer.
00:18:39: Ich weiß nicht ob Du den kennst.
00:18:41: Der Flyer war damals schwer angesagt.
00:18:44: Es war praktisch ein mini kleines Büchlein, wo alles drin stand.
00:18:47: Wie gesagt, es gab kein Internet zu dem Zeitpunkt ne?
00:18:50: Du hast halt so in so einem kleinen Büchler nachgelesen, wo sind coole Theaterstücke, wo passiert gerade irgendwas, wo gibt´s schöne Events und ... Und der Flyer sah immer aus wie eine Malburschachtel oder wie ne Niverdose.
00:19:06: Also es war praktisch immer im Style irgendeiner Marke, aber das war immer der Flyr und von ... War halt damals cool!
00:19:14: Auf jeden Fall bin ich total gefreut dass diese coole Truppe mich gefragt hatte ob ich den Job machen kann?
00:19:18: Ich gehörte nicht zu dem Coolen, nee.
00:19:20: Warum haben die dich dann
00:19:20: gefragt?!
00:19:21: Weiß ich nicht... Das kann ich dir gar nicht mehr sagen wie ich diesen Job geangelt habe Aber ich war kein It-Curl, nee dazu war ich Zu.
00:19:30: sehr spannend auch.
00:19:31: Wie bist du denn da beim Fernsehen
00:19:33: gelandet?
00:19:35: Also ich hab dann mein Studium gemacht und wie gesagt alle möglich ganz, ganz viele Jobs parallel gemacht.
00:19:41: das war glaube ich das einzige was ich also das Hauptding was sich aus der Zeit mitgenommen habe dass ich so viele unterschiedliche Menschen kennengelernt habe Lebensrealitäten kennengelernen habe.
00:19:52: Und und dann wusste ich wir müssen ein Praxisseminar machen oder einen Praktikum machen.
00:19:58: ein halbes Jahr Dann habe ich mich erinnert, dass in meiner Familie war niemand im Journalismus und schon gar nicht beim Fernsehen.
00:20:05: Und ich hatte mich aber erinnerte an eine amerikanische Klassenkameraden.
00:20:10: Ein Vater hatte der Vakata beim Fernseh.
00:20:12: Das waren wirklich die einzige Personen, die ich kannte, die irgendwie in dieser Branche arbeitete.
00:20:17: Und dann habe ich sich da beworben mit einem Brief den ich dahin geschickt habe... Und habe dann die Antwort bekommen, dass das Auswahlverfahren eigentlich sich auf Regionalschudenten bezieht.
00:20:29: Aber ich könne zu dem und dem Zeitpunkt zum Vorgespräch kommen.
00:20:32: Dann hab' ich gedacht, gut, ich kann's ja nicht für ein Vorgespreechen nach Amerika!
00:20:35: Und wie es manchmal so Zufälle gibt einen Schulfreund von mir heiratete dann in LA und eine Freundin und ich sind da dorthin geflogen und dann sind wir im Auto von LA nach San Francisco... ...dann hatte ich mich vorher angemeldet auch per Brief und telefoniert vielleicht Genau, dann bin ich da durch.
00:20:52: Das war meine erste Begegnung mit Fernsehen.
00:20:54: Ich bin in dem siebten Stock von ABC Channel Seven und bin in diesen Raum gekommen.
00:21:04: Und so was hatte ich bis jetzt nur im Fernsehen gesehen?
00:21:06: also einen Großraum Büro heutzutage total normal gab es damals aber noch nicht und für mich schon mal sowieso nicht die ja noch nicht so viel Arbeitsleben kennengelernt hat Ein Großraumbüro.
00:21:16: Überall waren so kleine, diese Eckschreibtische mit ein bisschen Verdeck und jeder arbeitete an seiner Story.
00:21:25: Und ich bin da durchgeführt worden.
00:21:27: Hinten war der Nachrichtensprecher, der gerade live die Nachrichtentsprache ... Ich habe wirklich einen Stoßgebet zum lieben Gott gesandt.
00:21:33: Da habe ich gesagt das möchte ich gerne machen.
00:21:35: Das möchte ich gern machen!
00:21:38: Also das heißt, du hast den Vibe da gefühlt und
00:21:40: hast
00:21:40: gesagt, dass ist mein Ding?
00:21:41: Genau.
00:21:41: Den Vibe gefühlte ich so.
00:21:42: Und dann habe ich tatsächlich das halbe Jahr gearbeitet und so richtig aber wertvolle Praktikantenarbeit gemacht.
00:21:49: also nennt sich Internship ein bisschen eine Mittelding zwischen Praktikum und Volontariat weil ich alle Sachen durchlaufen bin.
00:21:59: Also einen Tag nur recherchiert für ein Reporter der irgendwie zu einem Stück was machen muss.
00:22:05: und dann hatten wir Bitte nicht, wie heißt die Sendung im Deutschen?
00:22:11: Was weiß ich, Sat.Eins hilft oder sowas.
00:22:13: in Seven on your side hieß die und dann musst du es immer mit irgendwelchen Zuschauern sprechen, die irgendein Problem hatten, so typische amerikanische Probleme, weiß ich noch.
00:22:23: Und dann hat sie dir am Telefon, da musstest du überlegen ist das jemand für die Sendungen?
00:22:26: also so richtige Fernseharbeit im Hintergrund?
00:22:29: einen Tag durften wir immer, wir waren mehrere Praktikanten ein Tag durfte wir immer raus mit einem der Reporter oder Reporterinnen und dann On-Location sehen, was die zu tun haben.
00:22:40: Und das war im Grunde meine Ausbildung.
00:22:43: Dann bist du – wir kürzen ab – im deutschen Fernsehen gelandet?
00:22:49: Ja!
00:22:50: Und hast das Sat.Eins Frühstücksfernsehe moderiert und das tust Du auch immer noch nach Deinem Pause.
00:22:57: Wie würdest Du sagen, dass Interessiert mich hat sich die deutsche Fernsehlandschaft in den letzten Jahrzehnten geändert oder hat sie sich geändert?
00:23:07: Und mal vielleicht ein Fokus auf Machtstrukturen, vor allem männliche Machtstruktur.
00:23:15: Ich wünschte mir... ich könnte sagen es hätte sich alles schon und ganz viel geändert.
00:23:20: Es ist schon noch so dass Machtstrukturen existieren und am Ende muss ich sagen entscheiden sehr häufig Männer was gemacht wird und wie's gemacht wird.
00:23:33: Das war natürlich früher auch so.
00:23:35: manchmal denke Es hatte ein bisschen mehr Funfaktor
00:23:38: früher,
00:23:39: also in den Neunzigern Fernsehen zu machen.
00:23:41: Da ging noch viel mehr.
00:23:43: die Budgets waren viel größer.
00:23:45: du hattest enorme Möglichkeiten wenn du eine Show neu rausgebracht hast oder du konntest Ideen umsetzen.
00:23:52: und heutzutage ist es so die Fernsehlandschaft muss ja mit wahnsinnig viel Geld ihre vierundzwanzig Stunden füllen.
00:23:58: Früher eigentlich kommt auch aus einer Zeit wo man noch zwischen was weiß ich Null Uhr und sechs Uhr morgens war Rauschen angesagt, als ich Kind war.
00:24:07: Da gab es gar kein Programm.
00:24:09: und heutzutage hast du unglaublich viele Sender, unglaublich viel Programm was zu füllen ist und die Budgets sind sehr klein geworden.
00:24:15: das kriegst du schon mit.
00:24:16: für mich persönlich hat sich alles aber immer toller geworden.
00:24:20: also ich bei sich angefangen habe a konnte ich das noch alles gar nicht.
00:24:24: Ich konnte auch nicht moderieren.
00:24:26: ich war interessiert an Menschen.
00:24:28: ich glaube das hat mir wirklich geholfen dass mich Dinge wirklich interessiert haben und ich tauche auch ein in Themen, ich tauchere auch einen in meinen Gesprächspartnern.
00:24:37: Mein Schwester sagt dann mal, ich glotze Menschen so an.
00:24:39: irgendwie kann es auch nicht anders.
00:24:42: Aber ja wirklich weder konnte ich gut vom Promter lesen noch wusste wie ein gutes Interview geführt wird.
00:24:47: und alle diese Dinge habe ich viel versprochen am Anfang aber das war noch so ein bisschen.
00:24:52: da war auf Frühstücksfernsehen noch unterm Radar und deswegen konnte ich Vieles einfach ausprobieren und Fehler machen und mich dann langsam verbessern.
00:25:02: Ich weiß, dass in der gleichen Zeit waren auch viele Frauen aus meinem Alter die wirklich da schon dolle Karrieren gemacht haben und ich bin kein neidischer Mensch aber ich habe schon manchmal so gedacht ach schade hat ja jetzt schon wieder die Chance bekommen würde ich vielleicht auch gerne machen.
00:25:21: aber grundsätzlich ist es bei mir so in kleinen Schritten immer immer mehr geworden und immer höher hinausgegangen will ich gar nicht formulieren mehr wertgeschätzt worden, glaube ich auch.
00:25:34: Also so in der Wahrnehmung was ich mache bin ich heute woanders als ich am Anfang war und das genieße ich sehr.
00:25:40: Das ist schön!
00:25:42: Du hast ja nicht nur gute Erfahrungen gemacht und du hast auch ein Buch geschrieben, die im Dunkeln sieht man nicht.
00:25:49: Woüber hast du dieses Buch geschrieben?
00:25:51: Also...das war einer meiner ersten Facebook-Posts die auf jeden Fall der viral gegangen ist und zwar das war eine Zeit, also geschrieben habe ich das Buch vor Mitou.
00:26:04: Es ist dann rausgekommen, da war Mitou gerade schon ein paar Monate weltweit das beherrschende Thema.
00:26:11: Das heißt wo sich Frauen öffentlich dazu geäußert haben dass man diese Dinge erlebt, dass du halt sexuelle Nötigung erlebst so würde ich es mal formulieren nicht jede Frau wird nur gleich vergewaltigt.
00:26:22: aber sexuelle nötigungen haben schon viele Frauen irgendwo in ihrer Vita auch in ihrer beruflichen und ja mich auch nicht in so gravierender weise.
00:26:34: aber es ging darum dass ich ein interview um frühstücksfernsehen führen sollte und mir wurde gesagt von kollegen dich total schätze.
00:26:40: aber die haben gesagt ja komm die erzählt hier einen vom fährt die nimmste mal riecht aber ne nimmt ihr jetzt mal richtig schön ran mit deinem interview.
00:26:49: und dann habe ich damals gesagt warum soll ich jetzt Harsch zu der sein oder fies zu der seien?
00:26:55: ich führe ein interview mit einer frau die Vergewaltigt wurde von mehreren und eine öffentliche personen und so weiter.
00:27:04: Und das hat vor allem in mir bewirkt, dass ich darüber nachgedacht habe also des offensichtlich wissen die Männer das nicht aber jede zweite frau hat in ihrer vita irgendeine story erlebt über die sie nicht gerne spricht.
00:27:19: Also in meinem Fall war das so bei mir, ich will das gar nicht überdramatisieren.
00:27:22: Aber ich hätte einmal in der Zeit wo ich ein kleines bisschen gemodelt habe auch nie besonders intensiv aber in der zeit schon und Ich habe mit einem Kunststudenten Fotos gemacht Und der beim sozusagen als wir fertig waren mich angezogen hab es ja so auf mich gestürzt und hat mich genötigt und ich habe praktisch mich befreien können ist auch nicht so, dass ich deswegen einen Schaden davon getragen habe.
00:27:50: Aber was faszinierend ist... Ich hab es meinen Eltern und meinem damaligen Freund erzählt.
00:27:54: Ich habe aber mit niemandem drüber gesprochen weil ich dachte, das ist ja so peinlich, was mir da passiert ist!
00:27:59: Und wie konnte ich das nur?
00:28:00: Ich musste es doch gemerkt haben und ich habe natürlich mein Oberteil.
00:28:03: Fotografie ist immer eine intime Situation damals übrigens noch viel mehr.
00:28:08: also wenn du irgendwo ein Foto-Job gemacht hast dann war das Usus, dass du dich als junge Frau Im Grunde vor der ganzen Crew umgezogen hast, ja?
00:28:16: Das war so.
00:28:18: Und wenn du das nicht gemacht hast, dann ... Ja, war es vielleicht auch ein bisschen schwierig oder so.
00:28:23: Ich will das jetzt gar nicht übertragen, weil die sind aber... Es war so dass man ständig irgendwie im BH und im Höschen irgendwo gestanden hat.
00:28:29: Der Marketingleiter und die Modechefin und der Fotograf haben halt daneben gestanden und fanden's wahrscheinlich auch ganz cool!
00:28:36: Dass sie ständig halbnackte Frauen gesehen haben
00:28:38: ne?!
00:28:39: Und insofern war das damals auch.
00:28:40: Ich habe das jahrelang nicht gerne drüber gesprochen, dann saßen wir irgendwann mal am Küchentisch mit meinen Freundinnen und es wurde viel weingetrunken... ...und am Ende saßen sechs Mädels an diesem Tisch und drei davon hatten richtig was erlebt!
00:28:54: Und ich war die vierte, ich war gar nicht eine von den dreien, sondern es gab drei im engen Freundeskreis aus der Schule.
00:29:02: Die Vergewaltigung sexuelle Übergriffe krasser Art von dem Partner ihrer Mutter und noch eine andere Geschichte erlebt haben.
00:29:13: Und dann habe ich es so darüber nachgedacht, das schreibe ich jetzt mal bei diesem Facebook, diesem neuen.
00:29:20: War noch relativ virale Posts war gar nicht ein großes Thema.
00:29:24: Ich hab damals geschrieben, dass es bescheuert ist, dass in einer Zeitung darüber steht wer weiß, fift die Fifty Chance, dass sie sich nur wichtig machen will, Person X?
00:29:37: oder irgendwie den Mann eines reinwürgen will.
00:29:39: Eine Frau redet darüber nicht gerne und wenn sie das tut, dann kann man davon ausgehen, dass es leider Gottes der Wahrheit entspricht.
00:29:48: und zu dem Zeitpunkt noch viel mehr Schweigen lieber drüber.
00:29:51: Das war mein Post.
00:29:52: Daraufhin habe ich viele Interviews gegeben, bin zur Sendung eingeladen worden und hab eine Reportage gedreht und dann ist das Buch daraus entstanden weil ganz viele Frauen – übrigens auch Männer!
00:30:04: Aber viel, viel mehr Frauen.
00:30:08: ihre Story geschrieben haben.
00:30:10: Ja
00:30:13: und wenn das war vor fast zehn Jahren, denkst du hat sich nichts getan oder?
00:30:22: Also ich finde schon... Ich möchte es mal trennen!
00:30:25: Ich finde schon dass ich viel getan habe.
00:30:26: Das wäre ja schlimm wenn es nicht so wäre.
00:30:28: aber ist so die Tatsache dass Frauen eingefordert haben öffentlich darüber zu sprechen ohne sofort diskreditiert zu werden dafür.
00:30:39: Mitu war die große Bewegung in Deutschland danach, hat es auch immer wieder Möglichkeiten gegeben darüber zu diskutieren oder es wird seitdem öffentlicher darüber diskutiert.
00:30:53: eine Frau kriegt auch einen anderen Respekt von einem Mann wenn sie das öffentlich macht.
00:30:56: Das würde ich sagen.
00:30:57: also so wie du mich jetzt ansprichst darauf Ich würde sagen dieses Gespräch jetzt vor fünfzehn Jahren in der Form nicht gegeben bin ich mir sehr sicher oder vor zehn Jahren.
00:31:09: Das ist erstmal eine positive Veränderung, bin ich mir ganz sicher.
00:31:14: Trotzdem passiert es natürlich und trotzdem sind die Machtstrukturen um das wieder aufzugreifen noch so dass oftmals die Entscheidung von Männern gefällt werden.
00:31:23: und vielleicht ist es heutzutage wirklich der seltenere Ausnahme, dass ein Mann sagt komm Schätzchen sag mal ein bisschen nett du willst ja den Job haben ne?
00:31:32: Das war damals und das habe ich auch noch kennengelernt.
00:31:34: Das gab's schon!
00:31:36: Na, so einen ... Ich habe den Satz gehört und soll nicht Frühstück zwanzig mal davor.
00:31:41: Du willst doch mal was werden in unserer Branche?
00:31:43: Das sei da nicht so zickig!
00:31:45: Und ich wollte mit dem Typ einfach nicht ausgehen.
00:31:47: Das heißt,
00:31:48: ob wir ihn dann ...
00:31:51: Nö, weil da ist nichts passiert.
00:31:52: Ich dachte ... Nee, er hat mich einfach nur auf mich eingetextet dass ich mit ihm ausgehe und sagte dann diesen Satz, weißt du der ist halt total ätzend natürlich.
00:32:02: Ich glaube das würde jetzt so heute nicht mehr passieren.
00:32:05: Glaubst
00:32:05: du nicht.
00:32:07: nicht mehr in der Selbstverständlichkeit.
00:32:10: Also, Vollhirnis gibt es halt immer noch aber ich würde ... Ich hab's nicht mehr so erlebt.
00:32:18: Glaubst du Männer haben mehr Angst oder?
00:32:20: Ich würde sagen Männer wie alt bist
00:32:22: Du?
00:32:23: Einviertzig.
00:32:24: Deine Generation und die jetzt danach kommen... Die sind anders groß geworden würde ich sagen also anders sozialisiert worden von euren Freundinnen von eurern Müttern.
00:32:34: Und auch Männer meiner Generation sind ganz viele tolle Männer.
00:32:37: Im Übrigen gibt es ja die meisten Männer wirklich super anständig und würden niemals übergriffig sein, doch die meisten.
00:32:45: Wir sind ja ein paar begegnet und ich habe immer nur im richtigen Partnerschaften Männer erlebt, die niemals sagen wir mal jetzt konkret beim Sex wenn man irgendwie denkt man kommt nicht so richtig rein und heute vielleicht dann doch nicht.
00:33:00: irgendwie bin ich nicht in Stimmung die nie agro geworden sind oder so, sondern das ist ja was ganz Normales.
00:33:06: Übrigens gibt's ja auch umgekehrt, dass man vielleicht, ne?
00:33:08: Dass man einfach mal dann doch irgendwie an dem Abend nicht Lust hat oder so.
00:33:15: Insofern is die große Menge der Männer ganz anders als die aber früher haben sie halt dann diese Männer verteidigt weil sie sich mit angegriffen gefühlt haben.
00:33:22: Das habe ich auch immer versucht zu sagen es sind zwei unterschiedliche.
00:33:26: also ihr müsst euch nicht solidarisieren mit einem der vergewaltigt sondern solidarisiert euch.
00:33:31: na Frau, die eure Schwester oder eure Tochter oder eure Mutter sein könnte.
00:33:34: Die das erlebt hat.
00:33:36: Damals als du das Buch geschrieben hast, hattest du nicht Angst irgendwie dass du berufliche Nachteile erladest dadurch?
00:33:41: Nee ich muss... Ich habe um ehrlich zu sein nie einen Nachteil gespürt ein Nachteiler der mir wichtig war wenn ich mich geäußert habe zu einem Thema was mir wichtig ist in den letzten zwanzig dreißig Jahren Ja, mehr als einmal passiert und auch wenn ich mich zum Beispiel mit meinen Chefs angelegt habe oder Anliege heute noch.
00:34:05: Also auch die politische Situationen, die wir hier nah an Osten haben und weltweit haben da sehe ich einiges ganz gravierend anders als andere Menschen in Führungspositionen im Frühstücksfernsehen oder auch im Sender Und das mache ich schon sehr deutlich und bis die Tränen fließen manchmal auf meiner Seite aber ich sage es trotzdem und ich hab nie wirklich Nachteile dadurch erfahren.
00:34:28: Deswegen kann man ruhig machen, man darf sich ruhig äußern.
00:34:34: Und du hattest auch keine Angst davor?
00:34:36: Du hast ja in deinem Buch männliche Machtstrukturen thematisiert die zu sexuellen Übergriffen geführt haben und du hättest dann keine Angst dass bei der Produktionsfirma beim Sender oder so Männer sich auf den Schlips getreten fühlen und sagen oh die Marlene, die geben wir jetzt um Zeiger.
00:34:55: Ich könnte mir vorstellen, dass ich dem ein oder anderen Mann schon mal auf den Zeig gegangen bin in meinem Sender.
00:35:00: Es war bei dieser Thematik so... ...ich habe immer die Male wo ich mich wirklich aus einem Fenster gelähnt habe mit einer Sichtweise Die muss mich aber auch dann so umtreiben bis ich sozusagen mich dazu äußere.
00:35:14: Ich äußeren mich nicht zu ihm.
00:35:16: Thema ja Und dann hatte ich immer irgendwie das Glück, dass da eine große Öffentlichkeit war oder große Zahlen bei Social Media die irgendwie... ...die es so in meinem Rücken hatte.
00:35:28: und dann spätestens dann war der Sender auch der Meinung.
00:35:31: Ich glaube die Reportage damals zum Thema sexuelle Gewalt vor MeToo.
00:35:37: Die hätte's vielleicht nicht gegeben wenn dieser Post nicht so viral gegangen wäre.
00:35:41: Viral damals, also war vor Instagram noch.
00:35:43: Also zumindest bevor man einfach nur noch auf Social Media ständig war.
00:35:48: Aber da genau das... Das fand die gut.
00:35:51: Nein, also... Die Menschen sind ja sowieso besser als ihr Ruf.
00:35:54: Es gibt halt ein paar richtig schlimme Menschen, die gerade leider an großen Machtpositionen auf der Welt sind aber eigentlich sind die Menschen viel besser als Ihr Ruf und ich glaube dass du wenn du dich für was engagierst oftmals Zuspruch
00:36:09: bekommst.
00:36:09: Würdest du sagen, du bist von der Natur her ein sehr optimistischer Mensch?
00:36:13: Ja!
00:36:14: Das ist auch mein Eindruck.
00:36:16: Das würde ich schon sagen.
00:36:16: und jetzt zum Thema Gewalt an Frauen habe ich den Vorteil und das ist leider bei der Thematik ein Vorteil.
00:36:25: Ich komme aus einem geliebten Elternhaus, ich habe nie zu Hause das Gefühl gehabt man glaubt mir nicht oder kriegt nicht genug Liebe oder womöglich erfahre ich selber Missbrauch in der Familie.
00:36:36: Frauen die das erlebt haben in ihrer Kindheit im Großwerden, die haben anderes Selbstbewusstsein wenn sie über so ein Thema sprechen weil sie nämlich die Situation kennen dass man ihnen nicht glaubt für Probleme in der Familie dann schuldig macht, weil das Kind irgendwas geäußert hat.
00:36:56: Und deinetwegen ist die Familie auseinandergebrochen.
00:36:58: und wenn du alle diese Dinge erlebt hast, dann hast du natürlich nicht das Zutrauen vielleicht eine Wahrheit auszusprechen aber... Das war bei mir nicht so und deswegen würde ich schon sagen.
00:37:07: Das hat man als Basis.
00:37:11: Glaubst Du es einfacher für Frauen geworden darüber zu sprechen?
00:37:16: Ich würde sagen es ist einfacher geworden, aber auch Wir erkennen jetzt auch, dass es eben noch immer sehr schwer ist.
00:37:24: Und speziell dann wenn du etwas ansprichst, wo noch nicht so viel Daten existieren, wo du noch nicht mit... Wo du nicht so Dinge belegen kannst und noch nicht eine große Community vielleicht hinter dir hast, ne?
00:37:45: Dann ist das glaube ich immer noch sehr schwer!
00:37:47: Und im Verborgenen erfahren Frauen total viele Hass und Herabwürdigung.
00:37:54: Und das auf jeden Fall, ich muss gestehen!
00:37:58: Ich gucke es mir gar nicht an.
00:37:59: Wie meinst du?
00:38:01: Ich guke nicht wer schreibt zu meinem... Wenn ich mal für mich so was geäußert habe, da gucke ich gar nicht auf wildfremde Menschen und gucke mir an, was die dazu schreiben.
00:38:13: Ich kriege irgendwie mit über das, was bei mir wirklich ankommt, was Leute auf der Straße sagen.
00:38:17: Natürlich lese ich Kommentare unter meinen Posts Aber ich beantworte nicht Dinge, die einfach scheiße sind.
00:38:25: Ich kriege von mir null Aufmerksamkeit.
00:38:28: Das hilft mir weiter, mich da gar nicht zu fokussieren.
00:38:30: Es ist übrigens auch eine Sache, die ich versuche meinen jungen Kolleginnen und Kollegen zu sagen.
00:38:35: Fokussiert euch nicht auf die paar Hate-Kommentare, sondern guckt euch an wer euch alles Zuspruch gibt!
00:38:43: Und das ist die Sichtweise.
00:38:45: Da gucke ich hin... Ja?
00:38:49: Ist gar nicht so leicht
00:38:50: ne?!
00:38:51: Ja, ist nicht so leicht.
00:38:53: Der
00:38:53: Kopf sich auf das negative fokussiert?
00:38:55: Genau!
00:38:56: Aber dann... Also der Kopf und unsere Gedanken prägen ja unfassbar doll wie wir unser Leben wahrnehmen, wie wir unsere Realität wahrnehmen.
00:39:07: Unsere Gedanken steuern unser Leben und deswegen ist es super wichtig und wertvoll wenn man auch eine Gedankenhygiene hat.
00:39:15: also Ich möchte mich nicht damit beschäftigen, ob irgendjemand vielleicht mich gerade scheiße findet oder jemand hinter meinem Rücken gesagt hat.
00:39:25: Da kannst du dich unheimlich viel mit beschäftigen.
00:39:28: Kenne ich auch!
00:39:29: Ich kenne auch Gedankenspirale, wenn du dir überlegst, hab' ich da was Blödes gesagt und blöden jetzt... wie denken die jetzt über mich?
00:39:38: Aber ich versuche sowas nicht häufig zuzulassen.
00:39:48: Ich versuche es gar nicht so scheiße, was Blödes zu sagen.
00:39:51: Dass das vielleicht der Auslöser war und trotzdem macht man mal etwas, was vielleicht nicht immer überall gut ankommt oder dann wird er denkst du, aber so grundsätzlich... Hast Du
00:39:59: schon meinen Shitstorm?
00:40:04: Also ich hatte in Corona natürlich dieses Video veröffentlicht.
00:40:08: Ich weiß nicht ob Du das auf dem Schirm hast.
00:40:10: Nee erzähl mal!
00:40:13: Das war das Corona-Video.
00:40:17: Ah, das?
00:40:18: Das Corona-Video, was innerhalb
00:40:20: ... Wow!
00:40:20: Heike, mag er schon so dabei waren?
00:40:21: Nee, nee, nee.
00:40:23: Das war eins, was ich ...
00:40:24: Alles zu oder alles dicht machen und wie du es hieß?
00:40:26: Nein, nein, nein.
00:40:27: Es war eines, was in meinem Wohnzimmer aufgenommen hab.
00:40:29: Auch relativ am Anfang.
00:40:31: Anfangs-二-tausend-einundzwanzig.
00:40:34: Also, was heißt da im Anfang?
00:40:35: Es gab dann schon drei Vierteljahr, kannten wir die Coronakrise.
00:40:39: Und es gab diese irren Maßnahmen, Die Berechtigung ist auf jeden Fall da, dass man sich überlegt was können wir alles tun um die Menschen zu schützen sich anzustecken.
00:40:51: Aber zu dem Zeitpunkt als Mutter von Teenagern habe ich gedacht hier läuft etwas falsch und ich will es jetzt gar nicht so ausführen das hat... Das haben innerhalb von ein paar Tagen elf Millionen Menschen gesehen und das war auf jeden fall ein ihrer Zuspruch den ich bekommen wollte.
00:41:14: Aber ich habe das aufgenommen, weil ich gedacht habe du wirst es dir nie verzeihen wenn du das nicht aufnimmst.
00:41:19: Die Kinderkliniken, die Psychokliniken der Kinder waren voll.
00:41:23: da gab es auch schon eine Triage.
00:41:25: Da wurde schon entschieden erst kommen die Kinder die sich selbst umbringen als zweites kommen die kinder die ihre Eltern umbringen.
00:41:30: Als drittes kommt die Kinder, die sich selber verletzen.
00:41:34: nach dieser nach diesen Kriterien wurde damals entschieden welches Kind kommt hier und bekommt Hilfe?
00:41:39: Das war in der Corona Zeit wusste man alles schon.
00:41:42: aber Damals hat ... Das muss ich, das war so.
00:41:46: Das wurde ausgeblendet weil man diese andere Sichtweise als wichtiger fand und ich wollte einfach nur anregen bitte lasst uns auch darüber sprechen.
00:41:55: Diese Auswirkungen, diese Nebenwirkung der Maßnahmen die müssen wir mit diskutieren Und ich, als ich das gepostet habe wusste ich nicht ob ich noch nächsten Tag meinen Job habe Echt?
00:42:05: Ja
00:42:06: Man merkt es dir jetzt noch an dass du da vorsichtig bist.
00:42:08: ja weil ich natürlich also Um das mal vorwegzustiegen, von normalen Menschen habe ich einen Irren.
00:42:14: Ich hab Dinge erlebt die auch zu meiner Witter gehören also irrschöne Dinge erlebt.
00:42:21: wirklich Menschen haben sich mit Tränen in der Zeit bei mir bedankt dass ich das ausgesprochen habe.
00:42:26: als Mensch in den Medien und so weiter kann man sich heute gar nicht alles vorstellen.
00:42:30: trotzdem war es eine zeit wo ich auch sehr viel kraft gelassen habe natürlich weil um deine frage zu beantworten habe ich ein schützter umerliebt.
00:42:36: ich habe beides erlebt.
00:42:44: Ich hätte auch sein können, dass ich gecancelt werde und nie wieder eine Fernsehsendung moderieren werde.
00:42:50: Und also ganz viel Zuspruch von ganz vielen Menschen und gerade medial von Menschen die eigene Kolumnen hatten oder Artikel in der SZ in einem Spiegel im großen Medien geschrieben haben gegen mich.
00:43:06: wirklich so als wenn wer ist sie denn vom Frühstücksfernsehen?
00:43:13: Es ist alles hinterher sowieso aber auch schon damals klar gewesen, dass es leider Gottes so ist.
00:43:22: Das wie is?
00:43:24: Also natürlich nicht gut formuliert.
00:43:27: Im Nachhinein glaube ich ist das A gar nicht so verrückt gewesen was ich da erzählt habe weil es ist leider alles auch im nachhineinen Belegbar gewesen, dass das so schlimm ist.
00:43:36: Wir haben eine wahnsinnige Krise unter Jugendlichen was ihre psychische mentale Gesundheit angeht hat viele Gründe.
00:43:43: aber das ist einer davon und Genau.
00:43:46: Aber damals musste ich das aushalten Und da habe ich mir auch nicht alles durchgelesen.
00:43:50: einfach
00:43:51: Glaubst du wir haben damals das spaltung der gesellschaft erlebt die wir nicht überstanden haben.
00:43:55: noch nicht Das werden wir schon irgendwann hinkriegen.
00:43:58: wie denn durch?
00:43:59: also Ich hab mich das gefühlt dass wir das verarbeiten.
00:44:01: naja Ich glaube, dass sich eine Wunde hinterlassen hat bei uns allen.
00:44:08: Und es war ja auch eine ganz schlimme Zeit.
00:44:10: Also ich weiß, dass ich das so furchtbar fand, dass man nicht umarmen konnte.
00:44:13: Ich bin so ein Mensch... Ich glaube daran an unsere seelische Gesundheit wenn wir unter anderen Menschen sind gerade bei Kindern.
00:44:21: Kinder brauchen andere Kinder Jugendliche brauchen Jugendliche und wir brauchen auch andere Menschen.
00:44:26: also Das ist zum einen wir haben Menschen verloren Wir haben aber eben auch diese Diese Lagerbildung erlebt.
00:44:35: Und die, die damals als Dummköpfe, Corona-Leugner, Aluhutträger und so weiter diskreditiert wurden.
00:44:45: Die haben glaube ich noch heute das Gefühl es wurde nie wieder gut getan was man den Menschen damals angetan hat weil da darunter waren ganz viele wirklich verantwortungsbewusste schlaue Menschen die einfach der Überzeugung waren dass es anders laufen musste Ob die nur alle Recht haben, ob ich damals Recht hatte.
00:45:05: Oder unsere Beraterriege der Regierung.
00:45:12: Das will ich gar nicht bewerten aber es gab halt eine Abwertung in eine Richtung und so richtig hat man das nicht... das hat die Politik nicht geleistet.
00:45:21: Aber jetzt deswegen bin ich ein bisschen zögerlich was das Thema angeht weil Ich möchte mich darauf nicht... Das ist jetzt auch Teil meiner Geschichte Und ich bin auch froh, dass ich's gemacht habe.
00:45:30: Sehr froh!
00:45:31: Aber es gibt viele andere Dinge und das Leben geht weiter.
00:45:35: Ich möchte jetzt lieber meinen Teil dazu beitragen, dass man sich wieder gut versteht.
00:45:42: Was wäre das?
00:45:44: So was Gespräche führen.
00:45:46: Deswegen hab' ich mein Podcast auch gemacht.
00:45:49: Leuten zuhören die andere Lebensrealitäten haben als man selbst.
00:45:54: Gespräche führt darüber wie können Dinge besser werden?
00:45:58: Was können wir tun damit junge Menschen mit mehr Selbstbewusstsein, Zuspruch in diese ins Erwachsenen leben gelassen werden?
00:46:08: Das ist schon ziemlich viel.
00:46:09: Es war denen aufbürden im Moment.
00:46:11: Können sich kommende Wohnung leisten.
00:46:13: Jobs sind super schwierig weil wenn sie ein Job kriegen der Arbeitsvertrag nicht so wie ich ihn noch damals bekommen habe.
00:46:22: So viele junge Menschen und auch in unserem Alter haben mentale Probleme.
00:46:25: Wir haben Social Media kreiert für meine Generation, ja?
00:46:29: Und das ist ein Teufel!
00:46:31: Ich gucke auch rein jeden Tag aber es drücken wir den allen alles auf
00:46:36: Wird zu sagen, es ist ein Teufel.
00:46:37: Das ist eine Last die wir der Generation nachfolgen.
00:46:40: Also dieser Algorithmus... Die Technik des Algorithmos, die Idee das ist schon glaube ich wirklich Teufelszeug.
00:46:47: zum einen weil wir ja immer nur das bestätigt bekommen was wir sehen wollen mit dem Ergebnis dass wir das andere gar nicht wahrnehmen.
00:46:54: Es geht mir ja genauso.
00:46:54: Ich sehe die Themen die mir wichtig sind und leider Gottes sehe ich auch nicht das was andere Leute vielleicht noch wirklich schwer bewegt Und so geht's allen auch.
00:47:03: deswegen kommen wir auch nicht so richtig weiter.
00:47:07: Und natürlich ist es ein ziehtes Menschen hinein in so eine virtuelles Leben und wenn du nicht stark genug bist, und sozial leben hast und eine gute Familie hast und Freunde hast dann tauchen glaube ich viele ab und landen leider Gottes auch in der Einsamkeit.
00:47:24: Bist du pro Verbot für Jugendliche?
00:47:27: Ich bin auf jeden Fall... Ich habe meine Kinder übrigens gefragt die würden das auch dafür wollen.
00:47:31: Und
00:47:32: nutzen die das?
00:47:33: Die nutzen das!
00:47:36: nicht frei davon, eine Sucht entwickelt zu haben.
00:47:40: Die sind schon älter und den ist das zumindest bewusst dass sie das nicht wollen.
00:47:44: also mein Tochter hat zum Beispiel immer wenn die Klausuren schreibt dann löscht ihr die Apps von ihrem Handy oder wenn sie sie drauf hat dann hat sich so ne andere App die dann praktizieren muss aber erst mal ne Weile warten bis sich die App dann öffnet alleine um diese intuitive das intuitive zu unterbinden und ich habe das auch.
00:48:05: Also manchmal wird ihr genauso gehen.
00:48:07: Guckt man Instagram, dann guck ich die Bild, dann guck ich die SZ und dann gucke ich ... Nee, Facebook gucke nicht mehr.
00:48:13: Und dann guckt sie wieder Instagram?
00:48:15: Mach's es zu!
00:48:16: Machs es direkt wieder auf!
00:48:17: Ich denke so was ist mit mir?
00:48:18: ja?!
00:48:19: Ich bin Mitte fünfzeh, sollte das besser können.
00:48:22: also da ist schon ... Das ist schon... Ich glaube nicht dass wir in zehn Jahren noch genau das Handhaben werden wie wir es jetzt handhaben.
00:48:29: Ich bin gespannt
00:48:30: Du bist du für ein Verbot?
00:48:32: Ich habe da noch keine Meinung zu ehrlich gesagt.
00:48:34: Ich sehe die Gefahren, ich sehe aber auch... Das ist einfach eine neue Technologie und ich tue mich immer ein bisschen schwer damit solche Technologien dann zu verteufeln aus berechtigten Gründen und dann aber zu sagen so verbieten das jetzt, ich glaube nicht dass es funktioniert.
00:48:50: Ich kenne die Daten nicht aus Australien inwiefern das funktioniert.
00:48:53: Aber so einfache Lösungen, da bin ich immer etwas vorsichtig.
00:48:55: Also einfache Lösung bin ich auch vorsichtig Und ich war auch keine Mutter kein Handy gegeben hat.
00:49:02: Ich hab den Kindern, wenn das Alter war wo alle ein Handy bekommen haben dann haben meine Kinder auch eins gehabt.
00:49:08: Ab wann?
00:49:10: Kannst dir nicht mehr genau sagen... Also es war ja bei meinem Sohn erst mal noch nur ein Handy, wo man ja noch nicht Internet hatte und da gab's auch Eltern die das verboten haben was dazu geführt hat dass dieses Kind dann total ausgeschlossen war weil WhatsApp-Gruppen gab's dann irgendwann schon oder SMS.
00:49:25: Und dafür bin ich nicht dass du dein Kind sozusagen ausschließt aus der Gemeinschaft weil diese Peer Group Der eigene Freundeskreis ist in dem Alter super wichtig, da spielt so gar nicht mehr eine große Rolle.
00:49:37: Aber im Unterricht das rauszulassen, glaube ich schon, ist wichtig?
00:49:41: Ich
00:49:41: glaube dass es in der Schule wichtig ist und meine Kinder sind noch sehr klein.
00:49:44: Ich könnte mir vorstellen... ...dass ich das auch erst später erlaube.
00:49:50: Ich glaube irgendwann gibt's dann diesen Zwang den du ansprichst weil man ausgeschlossen wird und weil das einfach heute dazugehört ein Handy zu haben und sich zumindest über Messenger-Dienste auszutauschen.
00:50:03: Vielleicht kann man dann irgendwie im Urlaub, wenn man Zeit mit der Familie verbringt, dass man eine familiäre Entscheidung trifft?
00:50:12: Das betrifft ja auch die Eltern!
00:50:13: Ich kann nicht meinen Kindern den Umgang mit dem Handy verbieten oder einschränken und ich sitze an die ganze Zeit da... Ja
00:50:19: das finde ich ganz fürchterlich.
00:50:21: Also meine Kinder haben auch schon, bei uns wird am Tisch nicht das Handy benutzt.
00:50:26: Jetzt auch nicht kategorisch kann immer sein, guckt doch mal nach oder so?
00:50:30: Das
00:50:30: finde ich ganz schön, dass ich unterbreche.
00:50:32: aber wenn man mit der Familie am Tisch sitzt und früher hat man dann irgendwie eine Frageln-Raum geworfen und dann ist halt eine Diskussion darum entstanden.
00:50:39: jetzt heißt er ja Ich mache Wikipedia auf und gucke es nach
00:50:41: Ja das stimmt machen wir auch nicht immer Aber es kann ja mal vorkommen.
00:50:43: also ich wollte damit nur sagen dass man's nicht Dass es jetzt kein Verbot verbot verbot ist.
00:50:48: aber grundsätzlich Essen wir gerne zusammen auch heute noch und das war früher als die Kinder noch klein war.
00:50:53: wirklich Abendessen waren richtig schön haben wir immer schön zusammen gemacht Eigentlich jedes essen was auch immer nur ging Und Dann wird auch heute.
00:51:02: Noch genau dann sprechen wir gucken uns an wenn einer am Handy rumfummelt denn Dann ist Wird es gesagt dass nicht dass er auch führen soll.
00:51:12: Dass dich wohl.
00:51:13: oder bringt mich an deinen dritten Ort den du mitgebracht hast.
00:51:15: deine kinder wohnen nicht mehr zu Hause wenn ich es sich verstanden habe.
00:51:19: Es gibt diesen Ort der Harz.
00:51:22: Da hast du viele Urlaube verbracht und auch mit deinen Kindern?
00:51:29: Also, ich war Kind.
00:51:32: Mein Sohn hat den Harz noch miterlebt.
00:51:34: Und mein Vater ist vor über zwanzig Jahren gestorben.
00:51:36: Man hat das Ferienhaus, was wir da im Harz in Osterode hatten, noch eine Weile selber gehalten und dann meine Schwester und ich.
00:51:43: Wir hatten schon kleine Kinder für sie zu viel das Ferienhaus alleine zu bewirtschaften.
00:51:50: Und dann hat es irgendwann verkauft, meine Tochter hat's nicht mehr mit erlebt was sie immer ins Fies findet weil es gibt so lustige Bobby Karrennen von meinem Sohn und meinen beiden Neffen die da stattgefunden haben.
00:52:05: Wie traurig ist das für dich dass das nicht mehr gibt?
00:52:07: Also, witzigerweise war das... Damals war das okay.
00:52:09: Aber meine Schwester und ich haben schon immer mal wieder so den Gedanken es wäre irgendwie schön wenn man da noch mal eine Familienurlaub hin machen könnten.
00:52:17: Jetzt muss man dazu sagen, der Mann meiner Schwester kommt aus dem Hort!
00:52:23: Die hat ihre große Liebe da kennengelernt also den Vater ihrer Kinder Und deswegen gibt's noch familiere Verknüpfung.
00:52:29: Meine Neffen fahren dann auch hin und besuchen den Opa.
00:52:32: Wir haben auch noch Freunde da.
00:52:35: Meine Schwester zum Beispiel besucht ihr auch ab und zu.
00:52:37: Was ist der neue Hartz für dich?
00:52:40: Wie der Neue Hartz?
00:52:40: Wenn es das nicht mehr ist, was ist dein Ort wo du...
00:52:46: Ein Ort gab's noch, wo meine Eltern mit dem... Also meine Eltern sind mit Nawesba von Berlin als junge Menschen mal heimlich vom Berlin bis Sylt gefahren.
00:52:56: Das war halt mit Naweszba
00:52:57: Genau!
00:52:59: Und das war immer so der Traumhafte Sehnsuchtsort meiner Eltern.
00:53:05: Und ab und zu haben wir da mal einen Urlaub gemacht, heutzutage ist es so schon viele Jahre das wir es nicht jedes Jahr schaffen aber dass wir dann zusammen... und wenn's nun ein langes Wochenende ist als Familie.
00:53:15: Das finden meine Kinder und meine Neffen und hier finde ich alle ganz toll.
00:53:18: Wo?
00:53:19: Westerland Ganz klassisch
00:53:21: Zu Gosch
00:53:22: Genau
00:53:23: Zu Goschen.
00:53:25: Ich danke dir für deine Zeit, wir müssen leider jetzt zum Ende kommen.
00:53:28: Wir haben schon gnadenlos überzogen.
00:53:30: ich hätte gerne noch weiter mit ihr gequatscht aber das können wir machen!
00:53:33: Wir haben gleich noch eine Zusatzfolge.
00:53:34: da haben wir noch so fünfzehn-zwanzig Minuten Zeit um ein bisschen andere Dinge zu bequatschen.
00:53:39: Vielen Dank Marlene dass du da warst.
00:53:42: an alle Hörer innen da draußen wie immer bei Feedback Kritik, Zuspruch Fragen könnt ihr die Podimo App benutzen Und dann da auch gerne eure Kommentare hinterlassen.
00:53:52: Ich schaue mir das immer an und antworte auch hin und wieder auf Kommentare, dass werde ich auch für mehr tun.
00:53:57: Sonst könnt ihr dem Instagram-Kanal folgen, Tegis trifft unter Strich Podcast und folgt natürlich auch Malene Lufen, falls ihr das nicht eh schon tut, wovon ich ausgehe bei Instagram.
00:54:07: Und bleibt noch was zu sagen?
00:54:11: Nee!
00:54:12: Vielen Dank, dass du da warst.
00:54:13: Schön.
00:54:14: Wir hören uns gleich in der Zusatzfolge noch.
00:54:16: Freut mich.
00:54:17: War schön.
00:54:17: Ciao
00:54:17: ciao Tigis trifft.
00:54:23: ist ein Podcast von Podimo.
00:54:24: Host Sebastian Tigis, Producerin Saskia Braun, Marketing Nina Dreyer, Sound & Video Saskia Brown und Felix Andorff, Coverdesign Christoph Brandes, Executive Producerin Maybrit Döge.
Neuer Kommentar